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1300 Brennstäbe in Fukushima geborgen

Bild: picture alliance / Kyodo

Das Bild zeigt Japans Industrieminister Miyazawa (rechts) bei der Besichtigung des zerstörten Atomkraftwerks in Fukushima.

Im japanischen Fukushima konnten die letzten abgebrannten Brennstäbe des bei einem Erdbeben zerstörten Atomkraftwerks aus einem Abklingbecken in dem Gebäude des vierten Reaktorblocks geborgen werden, wie der Betreiber Tepco am Mittwoch in Tokio mitteilte. In den kommenden Monaten sollen weitere 1400 Brennstäbe bergen, die sich in den Obergeschossen der übrigen drei Reaktorgebäude befinden. Anschließend will der AKW-Betreiber sich um die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe kümmern: die geschmolzenen Reaktorkerne. Die Arbeiten an diesem Projekt sollen 2025 beginnen.

Brennstäbe in Fukushima geben immer noch Strahlung und Wärme ab

Nach Angaben Tepcos konnten seit November vergangenen Jahres genau 1331 Brennstäbe aus dem Gebäude geborgen werden. Das entspricht etwa 400 Tonnen Uran. Zuvor hatten Experten gewarnt, dass das Gebäude bei einem weiteren Erdbeben einstürzen könnte. Die benutzten Brennstäbe wurden jetzt in ein ebenerdiges Kühlbecken umgelagert. Weitere 180 bislang ungenutzte Brennstäbe sollen noch dieses Jahr aus dem Gebäude des Reaktorblocks 4 geholt werden. Die abgebrannten Brennstäbe im Inneren der Reaktoren 1, 2 und 3 geben auch mehr als dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe in Japan Hitze und Strahlung ab. Einige Hundert von ihnen sind geschmolzen und haben sich in den Boden der Reaktordruckbehälter hineingefressen. Vermutlich vermischen sich die Brennstäbe mit dem Stahl und dem Beton der Schutzhülle zu einer hoch radioaktiven Masse. Wie es genau im Zentrum der zerstörten Meiler aussieht, weiß niemand. Sogar mit Schutzanzügen ist die Strahlung viel zu hoch, um dort zu arbeiten. Um nicht wieder außer Kontrolle zu geraten, müssen die havarierten Reaktoren weiterhin Tag für Tag mit tonnenweise Wasser gekühlt werden.

Am 11. März 2011 hatte ein schweres Erdbeben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans traf und in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl führte.

Mehr im aktuellen Bericht der Firma Tepco zur Lage in Fukushima.


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