Wir brauchen kein Erdöl mehr!

Das Erdöl wird knapper und ein millionenschwerer Fußballstar hat DIE Lösung für das Problem gefunden!

Mathieu Flamini ist dem einen oder anderen unter Euch als Arsenal-Profi bekannt. Wer von Euch aber wusste, dass sich der millionenschwere Star auch für die Wissenschaft interessiert und sich direkt mit seiner eigenen Firma an der Forschung beteiligt? Bis vor kurzem wusste das so gut wie keiner, nicht mal Flaminis Eltern wussten von seinem wissenschaftlichem Engagement! Der „Sun“ verriet Mathieu Flamini jetzt so einiges, was bis dato nicht mal seine Mitspieler wussten. Zitat: „Meine Teamkollegen in Mailand wissen es vermutlich seit letzter Woche durch die offizielle Ankündigung. Meine Arsenal-Kollegen erfahren es wohl durch diesen Artikel.“, so Flamini. Diese Verschwiegenheit bzw. Geheimhaltung kann man allerdings durchaus verstehen: Die Forschungsergebnisse, die seiner Firma jetzt gelungen sind, könnten vielleicht sogar mehr als 20 Milliarden Dollar wert sein. GF Biochemicals, so heißt Flaminis Firma, hat einen Weg gefunden Lävulinsäure in Massen zu produzieren. Lävulinsäure?

Lävulinsäure, das Erdöl von Morgen?

Lävulinsäure ist farblos, kristalin, mit drei bis fünf Euro pro Kilo äußerst billig und einer der wenigen Stoffe, die Erdöl komplett ersetzen könnten. Erdöl, eine erschöpfbare Ressource, dient derzeit dazu Energie bzw. Grundchemikalien (wie beispielsweise die 3-Hydrpoxypropionsäure) herzustellen. Ohne die Synthese von dem so kostbaren Erdöl wäre es unmöglich Produkte, wie beispielsweise Polyvinylchlorid (kurz PVC) oder den Stoff Polyamid, der beispielsweise in Nylon-Strumpfhosen steckt, zu produzieren. Neben der großen Erdöl-Produktpalette würden natürlich auch die meisten Autos auf der Strecke bleiben. In Benzin ist der Brennstoff Erdöl enthalten. Erdöl ist einer der wichtigsten Rohstoffe hier auf der Erde. Problem: Erdöl ist nur begrenzt verfügbar. Mit der Lävulinsäure könne man allerdings gleiches erreichen, wie man aktuell mit Erdöl erreicht. Lävulinsäure war bisher ein bedeutungsloses Abfallprodukt in der Zuckerherstellung. Rund eine halbe Million Tonnen Lävulinsäure wird jährlich, unnötiger Weise, „weggeworfen“.

Syntheseverfahren der TU Wien

Forscher der TU Wien haben Anfang des Jahres ein Syntheseverfahren vorgestellt, das es möglich macht aus Lävulinsäure, relativ einfach, die 3-Hydroxypropionsäure herzustellen. Sie suchten Enzyme, die Lävulinsäure zerlegen. Als sie fündig wurden, „programmierten“ sie E.coli Bakterien so, dass sie genau diese Enzyme herstellen. Aus der Lävulinsäure gewann man dann Ethyl-3-HPA. Und dann? In einer Pressemitteilung der TU Wien hieß es, dass Ethyl-3-HPA eine leicht in 3-HPA umwandelbare Substanz sei. Wir Laien können also davon ausgehen, dass der letzte Schritt zu 3-HPA ein Klacks für die Experten ist. Ein Klacks ist allerdings auch die Menge Lävulinsäure-Abfall aus der Zuckerherstellung. Auf das ganze Jahr und weltweit verteilt ist eine halbe Million Tonnen Lävulinsäure einfach nicht besonders viel. Da kommt aber jetzt Flaminis Firma ins Spiel. Sie haben es geschafft Lävulinsäure als Hauptprodukt und nicht nur als Nebenprodukt herzustellen.

Flaminis Firma

„Wir haben sieben Jahre daran gearbeitet und etwas geschafft, was keinem zuvor gelungen ist“, so Flamini selbst.

Angefangen habe es im Jahr 2008. Flamini draf nahe Mailand auf seinen jetzigen Geschäftskollegen Pasquale Granata. Zusammen mit ihm zerbrachen sie sich den Kopf. Zitat: „Wir überlegten, wie wir die Probleme lösen könnten und stießen auf Lävulinsäure“, sagte Flamini der „Sun“. Mit „Probleme“ meint er die Problematiken in den Themengebieten Umwelt/Klimawandel/Erderwärmung usw. Und so kam es von der Idee zur Umsetzung. Mittlerweile hat GF Biochemicals ein Patent auf ihrer Lävulin-Herstellungs-Methode aus Mais- und Essensabfällen und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter. Zu der entwickelten Methodik können wir natürlich nicht besonders viel erzählen, da es einfach noch keine konkreteren Verfahrensbeschreibungen, ausser beispielsweise diese Grafik, gibt. Eins kann man jedoch sagen: Dieses von Flamini in die Wissenschaft/in die Forschung investierte Geld ist bestimmt nicht falsch angelegt worden.

Quellen:
http://www.gfbiochemicals.com/products/#levulinic-acid
http://www.gfbiochemicals.com/technology/#levulicin-acid
http://www.gfbiochemicals.com/media/#in-the-press
http://pubs.rsc.org/en/Content/ArticleLanding/2015/CC/c4cc08734h#!divAbstract
https://www.tuwien.ac.at/aktuelles/news_detail/article/9315/
http://www.thesun.co.uk/sol/homepage/sport/football/6742052/Mathieu-Flaminis-no-fuel.html
Mehr dazu:
http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/fussballer-wird-chemiker-arsenal-profi-flamini-plant-milliardengeschaeft-mit-erdoel-ersatz_id_5095059.html

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