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Roboter inspiriert durch die Natur

Beitragsbild: PolyPEDAL Lab, UC Berkeley

Roboter soll bei Katastrophen helfen.

Ein neu entwickelter Roboter kann selbst in schwierig zugängliche Bereiche gelangen, die gerade mal einen Platz von 37 Millimeter bieten, um Aufklärungsarbeiten durchzuführen! In der vergangenen Woche, bei dem Zugunglück nahe Bad Aibling in Oberbayern, hatten die Einsatzkräfte mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Zwei Züge rasten, aus noch immer unerklärlichen Gründen, frontal ineinander und durchbohrten sich nahezu gegenseitig. Bei der darauf folgenden Rettungsaktion machte den Einsatzkräften, sowohl das Terrain der Unfallstelle – nahe am Wasser und schwer begehbar – als auch die Enge in den Zugtrümmern zu schaffen. Lange Zeit konnte man nicht alle vermissten Unfallopfer finden. Bei solchen Unfällen oder bei Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Erdbeben, bei denen schwer erreichbare und unsichere Areale die Bergungsarbeiten erschweren, soll der neue Roboter zum Einsatz kommen. Im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences, kurz PNAS, berichten Experten der University of California in Berkeley, von dem von ihnen entwickelten Roboter, der in solchen Situationen Abhilfe schaffen könnte. Mit ihm soll es möglich sein, durch enge Wege oder Tunnel zu manövrieren, die einen Durchgang von gerade mal 35 Milimetern haben, also ungefähr so. Das Prinzip des Prototyps basiert, wie so oft auf der Tierwelt: Genauer gesagt auf der Kakerlake. Diese kann, wenn sie sich durch enge Bereich quetschen muss, den 900 Fachen Druck ihres eigenen Körfpergewichts aushalten und durch Ritzen schlüpfen die gerade mal einen Platz von etwas mehr als 3 Millimeter bieten. Die Kakerlaken wenden dabei einen Trick an: Sie nutzen ausschließlich ihre Schienbeine um sich fortzubewegen. Herkömmliche Bergungs- bzw. Aufklärungsroboter tun sich mit solch engen Situationen oft schwer.

„Aber wenn es da viele Risse, Schlitze und Kanäle gibt, kann man sich vorstellen, einen Schwarm dieser Roboter hineinzuwerfen, um Überlebende und sichere Einstiegspunkte für Ersthelfer zu suchen.“, so Robert Full, einer der Wissenschaftler.

Der neue Roboter soll in der Lage sein, auf Druck von Außen zu reagieren, indem er diesen zu seinen Seiten hin weiterleitet. Außerdem braucht er nicht seine kompletten Beine um sich fortzubewegen, er nutzt dann auch den Schienbeintrick.

Quellen:
http://news.berkeley.edu/2016/02/08/cockroach-inspires-robot-that-squeezes-through-cracks/
http://www.pnas.org/content/early/2016/02/04/1514591113.abstract

Mehr dazu:
http://www.welt.de/wissenschaft/article152018441/Kakerlaken-Roboter-soll-bei-Katastrophen-helfen.html

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