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Alexander Gerst fliegt zurück zur Erde

Bild: NASA/ESA/dpa.

Am 10. November wird der Deutsche Alexander Gerst nach fast sechs Monaten im Weltraum zurück auf der Erde sein. Kurz vor seiner Rückkehr zur Erde macht sich der deutsche Astronaut keine Illusionen über das Risiko seines Berufs. „Das ist natürlich ein Risiko, das wir in Kauf nehmen“, sagte er bei seiner letzten Pressekonferenz live von der Internationalen Raumstation ISS. Die Explosion der US-Rakete in dieser Woche sei für ihn und seine Kollegen „keine sehr große Überraschung“ gewesen. Bei dem Unfall ist eine unbemannte Antares-Rakete etwa sechs Sekunden nach dem Start auf einer vorgelagerten Landzunge im Bundesstaat Virginia explodiert. Tote oder Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Mit der Kapsel „Cygnus“ sollten 2,2 Tonnen Nahrungsmittel und Ausrüstungsgegenstände zur Internationalen Raumstation ISS gebracht werden.

Gerst: „Definitiv hat sich die Schinderei gelohnt“

Alexander Gerst ist bewusst, dass solche Zwischenfälle immer wieder passieren können. Er sei darauf „auch mental vorbereitet“ und habe trainiert, was im Notfall zu tun sei. „Wir hätten so etwas überleben können.“ Trotz des Unfalls soll Gerst, der sich seit etwa einem halben Jahr im Weltraum befindet, wie geplant am Morgen des 10. November von der ISS in Richtung Erde aufbrechen. Zur Zeit arbeiten außer Gerst noch drei Russen und zwei US-Amerikaner auf dem Weltraum-Außenposten in rund 400 Kilometern Höhe. Insgesamt zieht der deutsche Astronaut eine sehr positive Bilanz seiner Zeit im All. „Definitiv hat sich die Schinderei gelohnt“, sagte er. Die Experimente seien sehr erfreulich verlaufen. „Das war eine tolle Arbeit hier oben.“ Unter anderem hat Alexander Gerst Versuche durchgeführt, die von Schülern vorgeschlagen wurden. In den vergangenen sechs Monaten habe er auch gelernt, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Wenn man die Erde einmal aus der Ferne betrachtet habe, ändere sich die Perspektive. Das Weltall bestehe nun einmal aus „einem schwarzen Nichts, ein paar Sternen und ganz wenigen Planeten“, sagte er. „Das ist eine Perspektive, die wir alle realisieren sollten.“

Italienerin auf dem Weg in den Weltraum

Der Geophysiker Gerst ist überzeugt, dass die Menschen es auch deutlich länger im All aushalten könnten. „Man gewöhnt sich daran, dass die Dinge schweben“, sagte er. „Wir Menschen sind so anpassungsfähig, dass wir auch länger im Weltraum leben könnten.“ Das Gefühl der Einsamkeit habe er auf der ISS nie erlebt. „Das ist wie eine Familie“, sagte er über sein Team. Außerdem sei die Erde zu jeder Zeit in seinem Blickfeld gewesen. „Man fühlt sich nicht weit weg.“ Dennoch überwiegt die Freude auf sein Zuhause, seine Familie, seine Freunde, Pizza und Burger, Grillpartys mit Bier – das Grün der Natur und einen Herbstwald. Einen Rat für seine Nachfolgerin Samantha Cristoforetti, die Ende November zur ISS fliegen soll, hat er noch: Sie soll vor dem Start das Leben und die Zeit mit ihrer Familie genießen.



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