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Alzheimer in früher Jugend!

Beitragsbild: Lab of Karen Duff, PhD, Columbia University Medical Center

Alzheimer früher erkennen!

Schon in jungen Jahren können Menschen von Alzheimer betroffen sein. Für sie ist es besonders dramatisch, wenn sie mitten im Berufsleben stehen und dement werden. Und gerade bei ihnen denkt erstmal niemand an Demenz, wenn sie vergesslich werden und diese Ausfälle immer weiter zunehmen. Gerade für sie ist die Früherkennung wichtig und die könnte bald besser werden. Forscher des Columbia University Medical Centers haben anhand eines Laborexperimentes eine neue Art der frühzeitigen Alzheimer-Diagnose entwickelt. Wir Menschen haben eine Art „inneres GPS-System“, ein Navi, in unserem Gehirn, dass uns bei der Orientierung im Raum hilft. So können wir uns an Wege, die wir bereits gegangen sind, erinnern und von einem Ort zum anderen finden. Also laufen wir nicht nur der Nase nach, sondern tatsächlich zielstrebig auf ein Ziel zu. Maßgeblich dafür verantwortlich ist in unserem Gehirn der Hippocampus und auch der entorhinale Cortex. Bei Menschen die an Alzheimer erkranken funktionieren diese Gehirn-Bereiche nicht mehr einwandfrei. Die sogenannten Tau-Proteine fallen auseinander und können so die reibungsfreie Navigation nicht mehr gewährleisten.

Kaputte Tau-Proteine im entorhinalen Cortex

Bis dato unbekannt war in welchem Bereich des Gehirns größere Schäden aufgrund des Protein-Zerfalls entstehen. Anhand von in die Jahre gekommenen Mäusen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass ein mit kaputten Tau-Proteinen besetzter entorhinale Cortex erheblich größeren Schaden anrichtet. Wie die Forscher im Fachmagazin „Neuron“ berichten könne man zudem schon äußerst Früh die Auswirkungen eines Befalls bemerken.

“Diese Studie ist die erste, die einen solchen Zusammenhang von Alzheimer und Schäden an den Grid Cells belegt“ – „Diese Erkenntnis könnte entscheidend sein, um die Entwicklung der frühen Alzheimer-Symptome zu verstehen, darunter auch die Neigung, sich zu verirren.“, erklärt Edvard Moser vom Kavli Institut in Norwegen.

Diese Entdeckung wird die Behandlung von Alzheimer maßgeblich verändern. Karen Duff vom Columbia University Medical Center zu Folge könne man in Zukunft Orientierungstests entwickeln, die die Demenz schon im Frühstadium erkennen. Je früher man die Krankheit diagnostizieren kann, desto eher könne man Therapeutika geben und somit deren Wirkung erhöhen. Wenn man bedenkt, dass die immense Bedeutung des Hypocampus im Bezug auf den Orientierungssinn erst im Jahr 2005 bestätigt werden konnte, ist das eine ein Großer Schritt in einer relativ kurzen Zeit für die Gehirnforschung.

Quellen:
http://newsroom.cumc.columbia.edu/blog/2017/01/19/in-alzheimers-excess-tau-protein-damages-brains-gps/
http://www.cell.com/neuron/abstract/S0896-6273(16)30996-5
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21068-2017-01-20.html

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