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Angst vor der Zukunft?

Warum der Mensch Wissen ignoriert

Jeder kennt diese Frage: Wenn es ein Buch über dein ganzes Leben gäbe, würdest Du es lesen? Schwierige Frage, denn wenn der Mensch wüsste was mit ihm geschieht würde er dann nicht ganz extreme Wege einschlagen um Vorhergesagtes zu verhindern oder um die Zeit die nicht im Buch aufgeführt wurde möglichst sinnvoll zu nutzen? Oder vielleicht fällt der Mensch einfach in eine Schock-Starre, weil ihm im Nu der freie Wille, die freie Entfaltung, die Gestaltung des eigenen Lebens genommen wird? Die Wissenschaft kennt auf diese Fragen keine konkrete Antwort aber auf die Frage ob der Mensch das Buch des Lebens lesen würde oder eben nicht.

„In der griechischen Mythologie hatte Kassandra, die Tochter des trojanischen Königs, die Gabe, in die Zukunft sehen zu können. Aber sie war auch dazu verflucht, dass niemand ihren Prophezeiungen Glauben schenkte“ – „In unserer Studie haben wir herausgefunden, dass Menschen die Sehergabe, die Kassandra berühmt machte, eher ablehnen und auf Wissen über ihre persönliche Zukunft verzichten würden.“, erklärt Gerd Gigerenzer, Direktor des Forschungsbereichs „Adaptives Verhalten und Kognition“ am Max-Plank-Institut für Bildungsforschung.

Mir stellte sich nun die Frage nach dem Warum? Warum lehnen Wir es ab zu erfahren was auf uns zukommt? Spielt dabei die Angst vor negativen Erfahrungen oder Ereignissen eine Rolle? Dass der Mensch in diesem Zusammenhang direkt Angst und negative Erfahrungen mit der Zukunft assoziiert ist eigentlich schon seltsam. Es muss ja schließlich nicht immer direkt Schlechtes auf einen warten. Tendenziell lehnen wir aber dennoch das „Buch des Lebens“ ab. Wir wollen einfach keine Informationen über unseren Lebensweg erhalten. In der Wissenschaft hat die Tendenz noch nichtmal Positives erfahren zu wollen sogar einen Namen: „deliberate ignorance“ zu deutsch „willentliche Ignoranz“. In einer im Fachmagazin „Psychological Review“ veröffentlichten Studie habe ich dann endlich eine Antwort auf die Frage nach dem Warum gefunden. Gigerenzer zurfolge stehe hinter dieser das Bestreben, mögliches Leid und Bedauern zu umgehen, welches das Wissen über die Zukunft mit sich bringen könnte. Gleichzeitig würde man sich aber auch die freudige Spannung von schönen Erlebnissen erhalten wollen. In Zahlen ausgedrückt haben von rund 2000 Probanden 86 – 90 Prozent nichts von Schlechten und 40 – 77 Prozent nichts von Guten Zukunftsprognosen wissen wollen. 20 der 2000 Testpersonen hätten wirklich ALLES wissen wollen.

Quellen:
http://www.apa.org/pubs/journals/releases/rev-rev0000055.pdf
https://www.mpib-berlin.mpg.de/de/presse/2017/02/bitte-nichts-verraten-wenn-es-um-die-eigene-zukunft-geht-wollen-die-meisten-menschen-nichts-wissen

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