Image

Billig-Verhütungsmittel für Entwicklungsländer

Mit einem injizierbaren Verhütungsmittel für Frauen sollen in den 69 ärmsten Ländern ungewollte Schwangerschaften verhindert werden. Das Präparat „Sayana Press“ wurde vom Pharmakonzern Pfizer zusammen mit der Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates und der wohltätigen „Children’s Investment Fund Foundation“ entwickelt und soll bereits für einen US-Dollar verfügbar sein.

200 Millionen Frauen ohne Verhütungsmittel

Geplant ist, dass Hilfsorganisationen das Medikament für einen US-Dollar einkaufen und dann entweder kostenfrei oder zu einem noch geringeren Preis an Frauen in Entwicklungsländern verteilen können. Laut den entwickelnden Firmen verhindere das Medikament den Eisprung und habe eine Wirkungsdauer von mindestens 13 Wochen. In einem Pilotprojekt, an dem mehrere afrikanische Länder beteiligt sind, werden die Einmalspritzen getestet. Im Anschluss soll das Projekt auf die 69 ärmsten Länder der Welt ausgeweitet werden. Die Arznei hat allerdings noch einige Nebenwirkungen. Der Pharmakonzern Pfizer führt dort unter anderem abnehmende Knochendichte auf. Sayana Press soll jedoch eine sichere Familienplanung ermöglichen und ungewollte Schwangerschaften effektiv verhindern. Um weltweit allen Frauen, die verhüten möchten, die Möglichkeit zu geben, dies zu tun, müssten jährlich 8,1 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden – das Doppelte von dem, was 2012 für Verhütungsmittel, Personal und Gesundheitssysteme investiert wurde. „Wenn Frauen planen können, wann sie ein Kind wollen, haben sie höhere Überlebenschancen während der Schwangerschaft und bei der Geburt und sie bekommen gesündere Kinder“, erläuterte Chris Elias, der bei der Gates-Stiftung für Entwicklungsprogramme zuständig ist.

Rund 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern haben Schätzungen zufolge keinen Zugang zu Verhütungsmitteln, obwohl sie diese nutzen würden. Jährlich kommt es zu etwa 75 Millionen ungewollten Schwangerschaften, die meisten davon in zu kurzem Abstand zu einer vorherigen Geburt. Dadurch wird das Leben der Mutter und des Kindes gefährdet.

Mehr in der Mitteilung der wohltätigen „Children’s Investment Fund Foundation“.

Weitere Informationen gibt es außerdem im FAQ über Sayana Press.



No comments

Add yours