Chemsex: Gruppensex unter Drogeneinfluss!

Chemsex: Sex unter Drogeneinfluss

Sex ist eine großartige Sache. Hier kann der Mensch die intensivsten Gefühlen spüren, zu denen er in der Lage ist. Aber wie das so oft ist, gibt es immer den Drang noch mehr zu wollen, das Gefühl zu verlängern, zu intensivieren.
Seit einigen Jahren hat sich ein Trend ausgebreitet, der sich Chemsex nennt. Der Begriff beschreibt Gruppensex unter Drogeneinfluss. Um besseren Sex zu haben, nehmen die Beteiligten vor oder auch während des Sex Drogen zu sich. Diese Sextreffen können durchaus einige Tage andauern. Zu dem Phänomen gibt es auch immer wieder Studien, mit denen Experten versuchen zu verstehen, welche Motivation dahintersteckt, welche Drogen konsumiert werden und was die Risiken sind. Neben den negativen Auswirkungen vieler Drogen, kommt es durch diese Art des Gruppensex auch häufiger zur Übertragung von Geschlechtskrankheiten wie Hepatitis C oder von HIV. Beliebt sind bei den Chemsex-Anhänger Drogen, die entaktogen wirken. Das heißt, sie verstärken die emotionale Wahrnehmung. Ein Orgasmus oder die Nähe zu einem Menschen werden viel intensiver wahrgenommen. Die Drogen, die häufig für solche Zwecke eingesetzt werden sind: Crystal Meth, GHB – auch bekannt als Liquid Ecstasy – oder Mephedron. Seltener, weil teurer und oft weniger effizient, werden auch Kokain, Ketamin – auch Special K genannt – und Alkohol konsumiert. Die Substanzen wirken auf den Kreislauf und treiben diesen in die Höhe, der Herzschlag wird beschleunigt . Neben der Wahrnehmungsteigerung ist auch eine höhere sexuelle Leistungsfähigkeit möglich, die viel Sex mit verschiedenen Partnern möglich macht. Der Nachteil der Drogen ist allerdings, dass sie die Hemmschwelle für ungeschützten Sex herabsetzen. Bei Gruppensex unter diesen Umständen, können sich die Krankheiten also schnell ausbreiten und bleiben unter Umständen auch bis zum nächsten Chemsex-Treffen und darüber hinaus unerkannt.

Woher kommt Chemsex?

Seinen Ursprung hat Chemsex in der Schwulenszene in Großbritannien. 2014 haben Mitarbeiter des Sigma Research, das sich mit dem Verhalten der Schwulen- und Bisexuellenszene beschäftigt, eine Studie zum Thema Chemsex durchgeführt. Dabei konnten sie kein eindeutiges Muster der Beteiligten feststellen, sie kommen aus allen Alters- und Sozialschichten. Die Motivation an Chemsex teilzunehmen hat allerdings unterschiedliche Gründe. Die Studie fand heraus, dass ein Großteil der Chemsex-Anhänger ein geringes Selbstbewusstsein haben, was ihr Sexualleben angeht. Die Teilnehmer der Studie berichteten, dass sie zwar ein intensiveres sexuelles Gefühl durch Chemsex hatten, sie mit ihrem Sexualleben allerdings auch dadurch nicht zufriedener wurden.
Dem Großteil der Chemsex-Anhänger scheint sich dem Risiko einer HIV-Infektion bewusst zu sein. Wenn es zu ungeschützten Sex kommt, kann dies bei vielen auf die erhöhte Risikobereitschaft durch die Drogen geführt werden. Andere sexuell übertragbare Krankheiten werden in der Szene allerdings als eher harmlos angesehen, was ein unterschätztes Risiko darstellt.
Chemsex ist aber anscheinend keine Sache mehr, für die sich nur eine kleine Gruppe Eingeweihter trifft. Auch in der Prostitution spielt der Sex unter Drogen eine immer größere Rolle. Von der Londoner Szene wird berichtet, dass dort immer mehr Kunden nach Chemsex verlangen würden. Dazu gehöre dann auch, dass die Prostituierten die Drogen dafür besorgen müssten. Das Injizieren der Drogen wird in der Szene “Slammen” genannt, die Prostituierten konsumieren dabei oft auch selbst und geraten dadurch in eine Drogenabhängigkeit. Durch die hohe Nachfrage nach Chemsex, steigt der Druck auf die Prostituierten, diesen auch anzubieten. Durch die Beschaffung der Drogen und deren Auswirkungen, verdienen viele weniger Geld. Auch in dieser Szene sinkt durch den Drogenkonsum die Hemmschwelle – auf Safer Sex wird eher verzichtet. Es kann auch zu einer höheren Gewaltbereitschaft führen, bei der es zu sexuellen Übergriffen kommen kann, die nicht von dem Sexualpartner gewollt sind.
Außer dem erhöhten Risiko auf Geschlechtskrankheiten und HIV, haben auch die konsumierten Drogen negative Auswirkungen. Die Sigma Research Studie kam zu dem Ergebnis, dass viele Konsumenten bereits einige Krankenhausaufenthalte hinter sich hatten. Das ist oft auf die Überdosierung der Stoffe zurückzuführen. Die Folgen des exzessiven Drogenkonsum können Panikattacken, Bewusstseinsstörungen, Angstzuständen, Krämpfe oder ein erhöhtes Aggressionspotential sein. Durch die Drogen leidet außerdem das soziale Umfeld der Konsument, da sie einen großen Teil ihrer Zeit für Chemsex aufwenden. Experten raten, die Aufklärung über die risikofördernden Eigenschaften der Drogen zu verstärken, die Gefahr geht eher von den Krankheiten aus, die durch den ungeschützen Sex übertragen werden.

Quellen:
http://www.hivreport.de/sites/default/files/ausgaben/2014_03_HIV%20report.pdf
http://www.vice.com/de/read/maennliche-escorts-werden-bei-chemsex-partys-unter-druck-gesetzt-ghb-und-mephedron-zu-nehmen-020
http://www.n24.de/n24/Wissen/Gesundheit/d/7560508/sex–drugs-und-hiv.html

Tags Chemsex

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