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Drei Ebola-Patienten in Deutschland

Bild: dpa

Ebola-Helfer werden von der Bundeswehr und Seuchenschutzexperten ausgebildet.

In Deutschland wurde ein weiterer Ebola-Patient aus Westafrika eingeflogen. Am Donnerstagabend ist ein Uno-Mitarbeiter aus Liberia am Klinikum St. Georg in Leipzig angekommen. Der Patient wurde mit einem Spezialflugzeug nach Leipzig gebracht und von dort aus in die Klinik gefahren. Er ist der dritte Ebola-Infizierte, der in Deutschland behandelt wird. Ein Arzt aus Uganda befindet sich momentan in Frankfurt am Main auf der Sonderisolierstation des Universitätsklinikums. Ein Senegalese wurde nach fünf Wochen Behandlung gesund aus der Isoliereinheit des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) entlassen.

Ebola-Beauftragter hat Fünf-Punkte-Plan

Der von der Bundesregierung beauftragte Botschafter Walter Lindner soll sich um die aktuelle Situation kümmern. Dazu nimmt er sich folgende Punkte vor: 1. Die Infektionsketten durchbrechen – gut isolierte Stationen, sichere Bestattungen. 2. Ebola isolieren, nicht die betroffenen Länder. 3. Verhindern, dass diese Länder ins Chaos fallen. 4. Deren Gesundheitssysteme stärken. 5. Internationale Hilfe effektiver machen. Er befindet sich derzeit auf dem Weg nach Afrika, um die Lage besser überblicken zu können. „Krisen gab es immer, aber die Ebola-Krise ist außergewöhnlich. Wann der Kampf gegen Ebola gewonnen sein wird, das kann im Moment keiner sagen“, meint der Diplomat, der als guter Krisenmanager bekannt ist. Das Problem sei, dass sich nicht nur die Bevölkerung mit dem Erreger infiziere, sondern sich auch immer mehr Hilfskräfte anstecken. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich mindestens 416 Ärzte und Pfleger in Westafrika angesteckt. 233 von ihnen sind gestorben.

Die aktuelle Zahl der Ebola-Fälle beläuft sich auf 8376, mindestens 4024 Menschen sind an dem aggressiven Erreger bereits gestorben. Experten schätzen die Dunkelziffer noch höher, denn nicht jede Erkrankung wird gemeldet. Die Wahrscheinlichkeit einer Epidemie in Deutschland halten die Experten bisher noch für gering, selbst wenn, wie im Fall von Thomas Eric Duncan in den USA, ein symptomfreier Mensch das Virus einschleppen sollte. Hochinfektiöse Patienten werden normalerweise sofort auf Spezialstationen isoliert, das Pflegepersonal ist geschult.

Ebola-Patient in den USA gestorben

Thomas Eric Duncan, der zur Behandlung der Krankheit nach Dallas, Texas eingeflogen wurde, ist am Mittwochmorgen um 07.51 Uhr (Ortszeit) verstorben. Das teilte das Krankenhaus Texas Health Presbyterian in Dallas mit. Duncan hatte sich in seinem Heimatland Liberia mit dem Ebola-Virus infiziert. Die Krankheit wurde aber erst festgestellt, nachdem er zu einem Familienbesuch nach Texas gereist war. Duncan war der erste Ebola-Patient, bei dem das Virus in den USA diagnostiziert werden konnte. Jene Personen, mit denen der 42-jährige Liberianer seit seiner Ankunft in den USA in Kontakt stand, werden von den Gesundheitsbehörden vor Ort beobachtet. Weitere mögliche Ansteckungen sind nicht auszuschließen, bislang habe aber keiner der Betroffenen Anzeichen einer Ebola-Erkrankung gezeigt. Die Behörden in den USA haben angekündigt, die Kontrollen an Flughäfen zu verschärfen, um die Einreise des Virus zu verhindern. Geplant ist unter anderem, die Körpertemperatur von Passagieren aus den betroffenen Ländern zu messen.

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