Droht der Untergang unserer Zivilisation?

Geht es zu Ende mit unserer Zivilisation? Zumindest deuten zahlreiche Anzeichen darauf hin und es gibt sogar mathematische Modelle, die den Untergang als unausweichlich berechnen.

Das Papier ist 27 Seiten dick und stellt ein mathematisches Modell dar, mit dem der Zusammenbruch von Zivilisationen berechnet werden kann. Das Modell ist umstritten, doch stecken in darin Grundlagen, die von kaum einem Wissenschaftler abgestritten werden. Denn alle bisher untergegangen Zivilisationen sind nahezu auf die gleiche Art und Weise verschwunden. Und dabei spielt ein Umstand oft eine entscheidende Rolle: Der Verbrauch der natürlichen Ressourcen und der damit verbundenen Zerstörung der Umwelt. Eines der beeindruckendsten Beispiele sind die Osterinseln. Abgekapselt von anderen Kontinenten richtete sich die Kultur dort selbst zugrunde. Wohl für die Aufrichtung und den Transport der riesigen Moai Steinfiguren benötigten sie Unmengen Holz. Sie rodeten ihre Wälder. Der Boden wurde in der Folge abgetragen und das Land wurde unfruchtbar. Die Nahrung wurde knapp und die verschiedenen Gruppen bekriegten sich und brachten sich gegenseitig um.

Dramatisch war es auch bei den Maya in Mittelamerika: In der Hochzeit der Kultur um 300 vor und 900 nach Christus bevölkerten bis zu 14 Millionen Maya die Region. Auch hier waren die Folgen der Bevölkerungsexplosion die Rodung von Wäldern und die Böden waren ausgelaugt. Zwei aufeinander folgende Dürreperioden führten zu einer Katastrophe. Es kam zu Hungersnöten, die bis zu 99 Prozent der Bevölkerung auslöschten. Zuvor hatten zwei rivalisierende Herrscher begonnen sich zu bekriegen, was zusammengenommen die Dezimierung der Bevölkerung auf nur noch 30.000 Maya zur Folge hatte.

Und es gibt ohne Ende solcher Beispiele. Nur extrem selten wurden die richtigen Konsequenzen gezogen. Eine Ausnahme ist die Pazifikinsel Tikopia. Hier gab es eine strenge Geburtenkontrolle. Nur der älteste Sohn einer Familie dürfte Kinder zeugen. Das hatte schlimme Konsequenzen: Alle anderen Säuglinge wurden umgebracht. Als die Bevölkerung bemerkte, dass ihre Schweine zu viele Ressourcen verbrauchten, wurden sie alle getötet. All das führte dazu, dass die Bevölkerung dort mit immer rund 1000 Einwohnern stabil blieb und so 3000 Jahre lang bis heute existiert. Heute sind es allerdings 1200 Menschen, da die Geburtenkontrolle gelockert wurde. Auch in manchen anderen Regionen wurde rechtzeitig reagiert. In Neuguinea wurden schnell wachsende Baumsorten angepflanzt, um die Wälder wieder aufzuforsten und in Japan wurde eine geregelte Forstwirtschaft eingeführt, als die Vernichtung der Wälder drohte. Aber was passiert im Moment auf unserem Planeten: Im Amazonasgebiet werden jedes Jahr rund 6000 Quadratkilometer Wald gerodet.

Aber was passiert im Moment auf unserem Planeten: Im Amazonasgebiet werden jedes Jahr rund 6000 Quadratkilometer Wald gerodet. Tendenz steigend. Damit wird dort von den Wäldern immer weniger Sauerstoff für die Erdatmosphäre produziert. Zudem verbrennen wir offensichtlich so viele fossile Brennstoffe, dass uns durch immer mehr CO2 in der Atmosphäre der Klimawandel droht und unsere Meere sind inzwischen dramatisch überfischt. Während 1950 noch rund 12,8 Millionen Tonnen Fisch im Jahr gefangen wurden, sind es heute mit rund 50 Millionen Tonnen das Vierfache. Der Bestand an Speisefischen ist inzwischen um rund 90 Prozent geschrumpft. 30 Prozent der Bestände gelten als überfischt. In den europäischen Fanggebieten sind es sogar rund 50 Prozent. Wenn es so weitergeht, sind die Weltmeere 2050 so gut, wie leer gefischt. Es gäbe nicht mehr genügend Fische für den Fischfang. Wir sägen also im Moment ganz kräftig an dem Ast, auf dem wir sitzen.

In dem mathematischen Modell gibt es aber noch einen Fakt, der entscheidend für den Untergang einer Zivilisation ist: Die Umverteilung von Arm zu Reich. Umso mehr Wohlstand sich die Eliten sichern, desto instabiler werden Gesellschaften. Durch diese Umverteilung verlieren die Eliten den Kontakt zur tatsächlichen Entwicklung und bemerken die Krise zuletzt. Dann ist es zu spät und die Krise kann nicht mehr bewältigt werden. Bisher hat unsere Zivilisation bereits in vielen Fällen noch rechtzeitig gegengesteuert. Das Ozonloch schliesst sich langsam. Die EU hat eine Fischereireform beschlossen. Die Bestände in der Nordsee erholen sich bereits wieder. Es gibt Einzelbeispiele dafür, dass wir noch die Kurve kriegen, aber es sind zu wenige. Was meint ihr? Werden wir es schaffen oder werden wir ein dunkles Zeitalter erleben? Diskutiert es in den Kommentaren, auch gerne hier im Blog!

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