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Dunkle Materie: „Hubble“ liefert weitere Erkenntnisse

Bild: NASA/ESA.

Dunkle Materie wird nicht langsamer, wenn sie untereinander zusammenprallt. Das bedeutet auch, dass sie weniger mit sich selbst interagiert wie bisher angenommen. Das haben Astronomen mit Hilfe von Beobachtungen des Hubble Weltraumteleskops und dem Chandra X-ray Observatory herausgefunden. Die Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA sehen die neuen Erkenntnisse als weitere Annäherung an die mysteriöse Substanz, aus der vermutlich ein Großteil unseres Universums besteht.

Da Dunkle Materie weder reflektiert, noch Licht empfängt oder sogar ausstrahlt, kann es nur indirekt beobachtet werden. Das wird beispielsweise durch die Verzerrung des Gravitationslinseneffekts gemessen, den sie verursacht. Um mehr über die Dunkle Materie herauszufinden und bestehende Theorien zu überprüfen, untersuchen Wissenschaftler die Materie ähnlich wie Experimente mit sichtbarer Materie – zum Beispiel wenn diese in ein anderes Objekt hineinkracht. In diesem Falle sind die beobachteten kollidierenden Objekte Galaxiencluster. Beobachtet werden konnten die Kollisionen mit Hubble und Chandra. „Dunkle Materie ist ein Rätsel, das wir schon lange versuchen zu lösen,“ sagt John Grunsfeld vom NASA Science Mission Directorate in Washington. „Mit den kombinierten Möglichkeiten der beiden Observatorien […] sind wir näher dran als je zuvor dieses kosmische Phänomen zu verstehen.“

Bessere Modelle für die Dunkle Materie

Galaxiencluster bestehen aus drei Hauptbestandteilen: Galaxien, Gaswolken und Dunkler Materie. Wenn sie kollidieren, bremsen sich die Gaswolken gegenseitig ab. Die Galaxien sind allerdings wesentlich weniger davon betroffen, da die Abstände zwischen den einzelnen Sternen einer Galaxie größer sind. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Dunkle Materie ebenso nicht abgebremst wird. Das bedeutet, dass die Dunkle Materie nicht mit den sichtbaren Teilchen interagiert und passiert ebenso andere Dunkle Materie, ohne eine wirkliche Reaktion zu zeigen. Zu diesem Ergebnis kamen auch frühere Studien. Allerdings, so Richard Massey von der Durham University in England, sei eine solche Erkenntnis leichter zu bestätigen, wenn es mehrere Beispiele gibt. Vor allem für die mathematischen und physikalischen Modelle der Wissenschaftler stellen die Beobachtungen eine Erleichterung dar: Durch jede neue Erkenntnis wird eine unbekannte Variable in ihren Berechnungen eliminiert.

Mehr in der Mitteilung der NASA.

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