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Ebola-resistent durch Gene

Unsere Gene bestimmen möglicherweise, ob wir das Ebola-Virus überleben oder nicht. Das haben Forscher der Universität von Washington in den USA in einer Studie mit Labormäusen herausgefunden. Demnach gibt es zwei besondere Gene, die entscheidend für die Genesung nach einem Ebola-Befall oder die Immunität gegen den aggressiven Erreger sind. Die Forschergruppe mahnt allerdings noch zur Vorsicht: Inwiefern solche Gene auch bei Menschen vorhanden sind, müsse erst noch überprüft werden.

70 Prozent der Mäuse gestorben

Die amerikanischen Wissenschaftler haben Mäuse mit dem Ebola-Virus infiziert, der die aktuelle Seuche verursacht hat und die Auswirkungen der Erkrankung beobachtet. Dabei sind die unterschiedlich stark ausgeprägten Symptome aufgefallen. Die Forscher vermuten nun, dass die Gene der Mäuse für eine Resistenz oder eine Abschwächung der Symptome verantwortlich sind. Genauer gesagt sind es Gene, die beim Aktivieren des Immunsystems und dem Reparieren der Blutgefäße involviert sind. In der Studie berichten die Forscher, dass etwa 70 Prozent der Mäuse Symptome des Ebola-Virus zeigten und mehr als die Hälfte von ihnen an Blut- und Leberproblemen gestorben ist. Rund ein Fünftel der Mäuse überlebte. Bei den toten Mäusen fanden die Wissenschaftler zwei Gene, die kaum Aktivität zeigten und so die Blutgefäße undicht machten. Die Zerstörung der Blutgefäße ist ein typisches Symptom des Ebola-Erregers. Das führte zu einem Austritt der weißen Blutkörperchen. Die angrenzenden Zellen entzündeten sich und starben ab, was zu Organversagen führte und schlussendlich zum Tod. Die überlebenden Mäuse hatten eine erhöhte Aktivität der Gene, die für die Produktion weißer Blutkörperchen sowie die Reperatur der Blutgefäße zuständig sind.

Ebola-Überlebende sind immun

Die Ergebnisse der Studie lassen vermuten, dass der individuelle genetische Code eines Infizierten eine bedeutende Rolle bei einer Ebola-Erkrankung und deren Auswirkungen spielt, so Angela Rasmussen, Virologin und Co-Autorin der Studie. Die unterschiedlichen Reaktionen der Mäuse auf den Erreger und die Ausprägung der Symptome spiegeln sich in den bisher beobachteten Symptomen bei Menschen wider. Daraus lässt sich schließen, dass der Erreger auch beim Menschen unterschiedlich auf das Immunsystem reagiert. Die Menschen, die das Ebola-Virus überlebt haben, sind sehr wahrscheinlich immun gegen die Krankheit. Das Forscher-Team merkt allerdings an, dass die äußeren Einflüsse auf Ebola-Patienten nicht berücksichtigt wurden. Dazu zählt unter anderem die Art und Qualität der Krankenpflege. Ebenso würden sich die Ergebnisse auf Infektionen bei Mäusen beziehen und könnten aufgrund der komplexeren genetischen Kombination des Menschen nur bedingt übertragen werden. „Wir wissen nicht, welche Gene es in Menschen sind“, sagt Michael Katze, Mikrobiologe und Co-Autor der Studie. „Aber wenn wir es herausfinden, welche Gene es exakt in der Maus sind, haben wir einen Hinweis.“

Mehr im Artikel des Fachmagazins Science.

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