Facebook macht unglücklich!

Facebook. Eines der vielen „sozialen“ Netzwerken bei dem eben genau das vorangestellte Adjektiv „SOZIAL“ immer häufiger in Frage gestellt wird. Was ihr über Facebook wissen solltet und was wissenschaftliche Studien zu dem Netzwerk sagen, das wollen wir Euch heute näher bringen.

Die Sache mit den „sozialen“ Netzwerken

Die Plattform Facebook bietet Platz für Hetze gegen Minderheiten und unterbindet dieses nicht. Facebook macht unglücklich. Facebook macht abhängig. Facebook Facebook Facebook. All diese Sätze wird wohl jeder von Euch schon mal gehört haben ABER was ist an diesen Aussagen dran? Erstmal muss die vom Facebook-Konsum betroffene Menschenmenge genannt werden. Etwa 1,5 Milliarden Menschen besitzen ein Facebook-Profil. Auf 24h kommen ca. 1 Milliarde „Was machst du gerade?“-Posts. Größtes Problem bei diesen Posts ist derzeit vor allem der Inhalt. Bekanntestes Beispiel: Rechtsradikale plumpe Hetze bezüglich der aktuellen Flüchtlings-Situation. Und was macht Facebook dagegen? Im 3ten Punkt der „Erklärung der Rechte und Pflichten“ von Facebook wird unter anderem folgendes aufgeführt Zitat: „Du wirst keine Inhalte posten, die Hassreden enthalten, bedrohlich oder pornografisch sind, zu Gewalt verleiten oder Nacktdarstellungen bzw. grafische sowie sonstige Gewalt enthalten.“ desweiteren wird auch Diskreminierung konkret benannt Zitat: „Du wirst Facebook nicht verwenden, um irgendwelche rechtswidrigen, irreführenden, bösartigen oder diskriminierenden Handlungen durchzuführen.“. Okay aber WAS macht Facebook denn jetzt dagegen? Aktuell machen sie auf jeden Fall mehr als in der Vergangenheit. Bezeichneste Zahl dabei ist, das von Januar bis Ende Juni diesen Jahres 112 Prozent mehr Postings gelöscht wurden als im gleichen Zeitraum 2014, mehr als 20.000 Postings weltweit. In Deutschland waren es 188. Inhalt der 188 Postings seien, Facebook nach, vorallem Nazi-Symboliken und Holocaust-Leugnungen gewesen. Wie lange es dauert, bis von Usern gemeldete Beiträge gecheckt und gegebenenfalls gelöscht werden? Auf die Antwort werden wir wohl leider noch länger warten müssen.

Facebook macht unglücklich

Kommen wir jetzt zur Aussage „Facebook macht unglücklich“. Dänischen Forschern zur Folge macht die Nicht-Nutzung von Facebook nicht nur glücklicher. Die Wissenschaftler des „Happiness Research Institute“ in Koppenhagen führten eine Studie mit 1095 Probanden durch. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe durfte eine ganze Woche weder etwas auf Facebook posten noch lesen. Sie mussten sieben Tage lang die Hände von Facebook lassen, komplett. Die andere Gruppe durfte ihren Facebook-Konsum fortsetzen und ihren Social-Media „Verpflichtungen“ wie gewohnt nachkommen. Meik Wiking, Leiter des „Happiness Research Institutes“, äußerte sich zu dem Experiment folgendermaßen: Zitat „Ich hatte erwartet, dass wir gar keinen Effekt feststellen würden“ Zitat Ende. So kam es allerdings nicht. Die Nicht-Nutzer waren eigenen Angaben zur Folge wesentlich konzentrierter, entspannter und hätten ihre sozialen Bedürfnisse besser befriedigen können. Wenn man Facebook nicht nutzt hat es also doch soziale Komponenten, besser gesagt kann man dann „sozial“ und „Facebook“ in einem Satz nennen? Die Wissenschaft konnte, was die sozialen Bedürfnisse des Menschen angeht, erstaunliche Parallelen zu Sozialen Netzwerken feststellen.

Ein einziger Button

Der „Gefällt mir“ Button von Facebook wirke sich direkt auf den Nucleus accumbens aus. Nucleus accumbens ist der Bereich in unserem Gehirn, der besser unter dem Namen „Belohnungszentrum“ bekannt ist. Das heißt: Was früher eine Tafel Schokolade oder noch früher ein erlegtes Tier für uns Menschen war, ist für viele heute einfach nur eine simple „Gefällt mir“-Angabe. Ein kleiner Button kann so tief in unserem Gehirn sein Unwesen treiben. Das ist nur leider noch nicht alles. Zitat: „Bei vielen Naturvölkern ist die höchstmögliche Strafe, Menschen auszustoßen. Im schlimmsten Fall kann das einem Todesurteil gleichkommen.“, so der Soziobiologe der Universität Gießen, Eckard Voland. Dieses Zitat bringt uns direkt zu einem weiterem unsozialem Problem auf „sozialen“ Netzwerken, wie Facebook. Mobbing/Ausgrenzung. Über diese Themen wurde schon so viel berichtet, geschrieben, gesagt usw. wir wollen Euch heute mal einen kleinen Denkanstoß geben: Wenn Ausgrenzung früher ein reales Todesurteil darstellte, was stellt es dann heute dar? Heute ist deswegen ja keiner zum Tode verurteilt aber irgendwo werden diese Belastungen doch abgeladen. Wenn nicht in physischer Form, dann wohl in psychischer, oder?

Quellen:
https://newsroom.fb.com/news/2015/11/global-government-requests-report-4/
http://www.cell.com/trends/cognitive-sciences/abstract/S1364-6613(15)00228-4
http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fnhum.2013.00439/abstract
Mehr dazu:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/hirnforschung-mit-facebook-wie-die-gier-nach-likes-das-gehirn-antreibt-1.2732043
http://www.haz.de/Nachrichten/Medien/Netzwelt/Laut-einer-Studie-sind-Menschen-ohne-Facebook-zufriedener
http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-facebook-blockiert-deutlich-mehr-beitraege-in-deutschland-1.2733634
http://www.sueddeutsche.de/politik/facebook-mal-blockiert-1.2733953
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article148437017/Facebook-Nutzer-sind-richtig-faul-geworden.html
http://www.welt.de/wissenschaft/article148557174/Wer-auf-Facebook-verzichtet-ist-gluecklicher.html

No comments

Add yours