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Gigantisches Schwarzes Loch in Zwerggalaxie

Bild: NASA, ESA, STScI-PRC14-41a.

Astronomen haben das bisher größte Schwarze Loch in einer Zwerggalaxie entdeckt. Das Schwarze Loch beinhaltet 21 Millionen Sonnenmassen – das entspricht 15 Prozent der Gesamtmasse der Zwerggalaxie. Diese Entdeckung lässt vermuten, dass es auch in anderen Zwerggalaxien solche supermassenreichen Schwarzen Löcher gibt. Damit kämen sie weitaus häufiger vor, als bisher angenommen.

Milchstraße hat auch ein supermassenreiches Schwarzes Loch

Als supermassenreich gilt ein Schwarzes Loch, wenn die Masse der Objekte im Schwarzen Loch eine Million Sonnenmassen übersteigt. Ein solches Schwarzes Loch befindet sich auch in unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Allerdings hat es nur rund vier Millionen Sonnenmassen, das ist weniger als 0,01 Prozent der Gesamtmasse der Milchstraße. Die Zwerggalaxie mit dem Namen M60-UCD1 besitzt aber nur etwa 140 Millionen Sonnenmassen, 15 Prozent davon befinden sich in ihrem riesigen Schwarzen Loch. „Es ist die kleinste und leichteste Galaxie mit einem supermassenreichen Schwarzen Loch, die wir kennen“, betont Anil Seth in einer Mitteilung der Universität von Utah in Salt Lake City. Um das Schwarze Loch zu entdecken, nutzten die Astronomen das Gemini Teleskop in Mauna Kea auf Hawaii und Bilder des Hubble Space Telescope.

Entdeckung durch Modell der Sternbewegung

Durch die Modellierung der Sternbewegung der Zentralregion von M60-UCD1 konnten die Forscher das supermassenreiche Schwarze Loch entdecken. Daraus ergab sich der Rückschluss, dass im Zentrum der Galaxie die Schwerkraft von 21 Millionen Sonnen zusammenkommen muss. Diese Menge an Masse im Zentrum der winzigen Galaxie passt nur in ein Schwarzes Loch. „Wir glauben, dass sie einst eine sehr große Galaxie mit vielleicht zehn Milliarden Sternen war, aber dann sehr nah am Zentrum einer noch größeren Galaxie, M60, vorbeigeflogen ist und dabei die ganzen Sterne und die Dunkle Materie in den Außenbezirken herausgerissen wurden und Teil von M60 geworden sind.“ Derzeit umkreist M60-UCD1 die Galaxie M60 und könnte einmal komplett von ihr verschluckt werden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg erklärten, dass möglicherweise auch weitere Zwerggalaxien supermassenreiche Schwarze Löcher besitzen. Bei den Winzlingen handle es sich um die Überreste größerer Galaxien, denn Astronomen gehen davon aus, dass die Masse der zentralen Schwarzen Löcher mit zunehmender Masse der Galaxien steige. Außerdem glauben die Wissenschaftler, dass sich diese Schwarzen Löcher schon bei der Entstehung der Galaxien im jungen Universum gebildet haben.

Mehr im Artikel des Fachmagazins Nature.

Hier geht es zur Mitteilung der Universität Urah in Salt Lake City.



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