Image

ISRO bricht Satelliten-Rekord!

Beitragsbild: isro.gov.in

Neuer Weltraumrekord!

Das “Polar Satellite Launch Vehicle“, kurz PSLV, brachte schon so einige Weltraummissionen ins Rollen. Die indische Trägerrakete hat zum Beispiel auch so bekannte Missionen wie die Chandrayaan-1, die Mars Orbiter Mission und auch das Space Capsule Recovery Experiment ins All gebracht. Vom Besitzer, der indischen Raumfahrtbehörde ISRO, wird das Vehicle auch liebevoll ‚the Workhorse of ISRO‘ genannt. Den Namen hat die Rakete hauptsächlich wegen ihres Payloads bekommen. Mit ihren vier Stufen kann sie rund 1750 Kilogramm Ballast über eine Strecke von 600 Kilometern in die Sun-Synchronous Polar Orbits befördern. Damit zählt sie zu Transportraketen für leichte bis mittelschwere Last. Das europäische Trägersystem Ariane 6 soll dagegen im Jahr 2020 über zehn Tonnen ins All befördern. Im Vergleich hat die indische Raumfahrtbehörde zwar nur rund ein Zehntel des Budgets der NASA zur Verfügung, aber vielleicht auch deshalb knackte die ISRO jetzt einen Weltraumrekord! Das Transportgewicht des PSLV ist ja nicht rekordverdächtig. Was dann?

Mit dem Transport eines Cartosat-2 Satelliten und 103 weiterer Satelliten stellte man in Indien einen neuen Rekord auf. Mehr Satelliten wurden bis dato noch nie im Zuge eines einzigen Starts ins Weltall geschickt. Es waren 67 Satelliten mehr als der bisherige Rekordhalter geschafft hatte, und das war Russland, die brachten es demnach auf 39 Satelliten bei einem Start. Interessant bei dieser Menge an Satelliten ist auch die Verteilung des Gewichts. Der Cartosat-2 Satellit, zu dem ich gleich noch ein paar Worte sagen werde, wiegt nämlich alleine schon mehr als 700 Kilogramm. Die restlichen Satelliten mussten also äußerst klein und leicht sein. Und in der Tat: An Bord befanden sich zum Beispiel auch Nano-Satelliten, die nicht mal 5 Kilogramm wiegen, der kleinste wiegt sogar nur 1,1 Kilogramm.

Zurück aber zum Nutzen der Mission und damit auch zu dem Hauptbestandteil der Ladung. Der Cartosat-2 Satellit soll jede Menge Aufgaben im Weltraum übernehmen. Darunter ist zum Beispiel auch die Kartographierung der Erde, die Erstellung von speziellen Landnutzungskarten und das Monitoring der Straßennetze. Wie wir schon einmal berichtet haben, könnte der bis zum heutigen Tag sehr kleine Markt rund um viele winzige Satelliten bald zum großen Konkurrenten der bisher etablierten und teilweise riesig erscheinenden Satellitenkonstrunktionen werden. Mini-Satelliten sollen die Zukunft der Datensuche im All sein. Der Meinung sind Forscher der TU Berlin. Sie haben einen Satelliten entwickelt, der in eine Handtasche passt und im Weltall Daten für die Wissenschaft sammeln soll. Ganz alleine schafft er das allerdings nicht. Um fortlaufend Daten beispielsweise über das Wetter zu sammeln sind viele dieser kleinen Satelliten notwendig. Diese untereinander vernetzten Schwärme können vermutlich länger in der Erdumlaufbahn kreisen als andere Satelliten – mit der Hilfe von Robotertechnik lassen sich defekte Teile leichter ersetzen und lassen so eine längere Laufzeit zu.

Quellen:
http://www.isro.gov.in/launchers/pslv
http://www.isro.gov.in/Spacecraft/cartosat-2-series-satellite-0
http://www.isro.gov.in/update/15-feb-2017/pslv-c37-successfully-launches-104-satellites-single-flight
http://www.dlr.de/rd/desktopdefault.aspx/tabid-2279/3410_read-47667/
https://www.nasaspaceflight.com/2014/06/russian-dnepr-rocket-record-launch-37-satellites/
http://www.n-tv.de/wissen/Rakete-startet-mit-104-Satelliten-an-Bord-article19703428.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/indien-schiesst-104-satelliten-auf-einmal-ins-all-a-1134716.html

No comments

Add yours