Was ist Alkohol? – mit Selbstversuch

Alkohol, chemisch „Ethanol“, ist ein Nervengift, dass unsere Wahrnehmung beeinflusst und den gesamten Körper beeinträchtigt. Durch die alkoholische Gärung zum Beispiel von Weintrauben oder Malz entsteht Ethanol aus Stärke und Zucker. Hinweise auf die ersten alkoholhaltige Getränke gibt es sogar schon in ägyptischen Schriftrollen. Das „Problem“ dabei ist, dass die Bakterien und die Hefepilze ab einem Alkoholgehalt von 15 Prozent absterben. Um die Konzentration von Alkohol in Getränken zu erhöhen, nutzt man die Destillation, da Ethanol bereits ab 78 Grad Celsius verdampft. Diese Eigenschaft macht man sich bei der Destillation zu Nutze, indem der Alkohol verdampft, über einen kühlenden Schlauch abgeleitet wird und so in reiner Form weiterverwendet werden kann.

Promillewert ist abhängig von der Körperflüssigkeitsanteil

Schon bei 0,2 Promille beginnt unser Gehirn damit, Entfernungen falsch einzuschätzen. Diesen Wert erreicht ein 80 Kilogramm schwerer Mann fast schon durch einen Viertelliter Bier mit fünf Prozent Alkoholgehalt. Eine Frau mit 55 Kilogramm Gewicht kommt damit schon auf 0,3 Promille. Der Promillewert gibt an, wie viel Alkohol pro Liter Körperflüssigkeit im Körper enthalten ist. Der Körperflüssigkeitsanteil bei einem Mann liegt bei etwa 70 Prozent des Körpergewichtes, bei einer Frau etwa bei 60 Prozent. Frauen sind also meistens nicht nur leichter, sondern werden schneller betrunken, weil sie auch weniger Körperflüssigkeit haben. Wie viel Promille eine Person allerdings hat, ist zudem von weiteren Faktoren abhängig. Dazu gehören Trinkgeschwindigkeit, der Mageninhalt und die Abbaugeschwindigkeit des Körpers, die von Person zu Person unterschiedlich ist.

Alkohol wird hauptsächlich über die Leber abgebaut

Bis zu 98 Prozent des Alkohols im Körper werden über die Leber abgebaut. Der Rest wird über Haut, Lunge und Niere verarbeitet. Das wichtigste Enzym dabei ist die sogenannte Alkohol-Dehydrogenase (ADH). Pro Stunde können so zwischen 0,1 und 0,2 Promille abgebaut werden. Es ist nicht möglich, diesen Vorgang zu beschleunigen. Das giftige Zwischenprodukt Acetaldehyd, das dabei entsteht, ist übrigens für den „Kater“ am nächsten Morgen verantwortlich. Und auch schon während des Versuchs habe ich gemerkt, wie ich Kopfschmerzen bekomme. Je mehr Alkohol wir trinken, desto mehr wirkt sich das auf unsere Sinne aus. Beispielsweise lässt die Fähigkeit, klar und deutlich zu sprechen, drastisch nach.

Der Konsum von Alkohol ist legal, allerdings ab dem vollendeten 16. Lebensjahr beschränkt und erst mit 18 Jahren in Deutschland vollends erlaubt. In den USA gilt eine andere Regel. Dort ist der Konsum alkoholhaltiger Getränke unter dem 21. Lebensjahr strikt untersagt. Das hat auch gute Gründe: Denn vor allem bei Jugendlichen verursacht Alkohol Hirnschäden. Aber auch bei Erwachsenen hat die Droge noch schlimme Auswirkungen. So kann der Hippocampus, der für das Gedächtnis verantwortlich ist, mit der Zeit schrumpfen. Viele, die schon einen richtigen Rausch hatten, werden das bereits erlebt haben – der Beginn des Abends ist noch gut im Gedächtnis, wie das Ende aussah, wissen die meisten nicht mehr. Diese Gedächtnislücken werden durch Hemmungen der Nervenzellen im Gehirn verursacht.

Schon ab 0,5 Promille gibt es den Tunnelblick

Dazu kommen Schädigungen in vielen Bereichen unseres Körpers: So wird der gesamte Weg durch unseren Körper durch Alkohol geschädigt, das beginnt im Mund- und Rachenbereich, über Magen und Darm und endet in den Blutgefäßen. Besonders in Kombination mit anderen Drogen wie dem Rauchen steigt das Krebsrisiko deutlich an. Auch die Sexualfunktion wird durch Alkohol erheblich beeinträchtigt. Bei Männern wird die Erektionsfunktion gestört, bei Frauen kommt es zu einer Steigerung der Erregbarkeit. Insgesamt sinkt durch Alkohol die Hemmschwelle, wodurch es oft zu unüberlegten Aktionen kommt. Die körperlichen Einschränkungen gehen aber noch weiter: Schon bei 0,5 Promille nimmt die Sehleistung um bis zu 15 Prozent ab und auch das Gleichgewicht hat erste Schwächen. So wird das Laufen wesentlich schwieriger.

Bis zu 80.000 Tote durch Alkohol

Zudem steigt das Risiko einer Gewöhnung besonders schnell, wenn viel und vor allem häufig getrunken wird. Der Körper entwickelt dann eine sogenannte Toleranz. Das bedeutet, dass mehr getrunken werden muss, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Meistens entsteht aus solchen Situationen dann eine Abhängigkeit. Die Gefahr, süchtig zu werden, ist im jugendlichen Alter sogar besonders hoch. Vor allem dann, wenn Alkohol wichtige Funktionen im Leben übernimmt, zum Beispiel als Verstärker von Gefühlen eingesetzt wird oder um negative Gefühle „herunterzuspülen“. Dann kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln, die nicht mehr leicht loszubekommen ist. Der Alkohol-Konsum ist sehr häufig tödlich. 2012 sind neun Prozent der Verkehrsunfälle auf Alkohol am Steuer zurückzuführen. Und abgesehen von fahrlässigem Verhalten erhöht der regelmäßige und dauerhafte Konsum von Alkohol das Krebsrisiko sowie zahlreiche Organschäden. Und zusätzlich treten ab einem gewissen Promillewert, der von Person zu Person unterschiedlich ist, Lähmungen und Betäubungen auf, sodass wir vollkommen orientierungs-, gefühls- und wahrnehmungslos sind und deshalb sterben. In Deutschland gibt es rund 1,3 Millionen Alkoholabhängige. 2012 starben 14.551 Menschen in Deutschland an den Folgen von Alkoholkonsum, allerdings sind das nur die Fälle, in denen der Arzt einen Zusammenhang mit Alkohol erkannt und auf dem Totenschein notiert hat. Eine Studie aus dem Jahr 2002 hatte einen weiteren Blickwinkel und kam sogar auf 80.000 Alkohol-Opfer – pro Jahr.

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