Was ist Angst? ZOMBIE INVASION

Es dauert nicht mehr lange, dann steht Halloween vor der Tür, also die Zeit, in der Hexen, Geister und andere Kreaturen aus den Tiefen der Kostümkiste hervorkriechen. Manche Verkleidungen sind dabei so gut, dass sie uns das Fürchten lehren und wir Angst vor ihnen haben. Zusammen mit BullshitTV habe ich einen Versuch gemacht, wie Leute zu erschrecken sind.

Leute erschrecken mit Bullshit TV

Die Versuchsanordnung ist folgendermaßen: Wie will man Leute richtig erschrecken? Das geht natürlich nur mit diesem Menschen hier. So schrecklich sieht er aus, ja und wir sehen jetzt mal, wie Leute reagieren und dann erkläre ich, wie das so mit der Angst funktioniert, oder auch nicht. Was passiert, wenn wir Angst haben? Die Nebennieren schütten schlagartig ganz viel Adrenalin aus. Dadurch schlägt das Herz schneller und das Blut bindet mehr Sauerstoff. So wird der Körper leistungsfähiger und wir sind bereit, schneller aus einer Situation zu fliehen, oder uns besser zu verteidigen. Dieser Urinstinkt ist für jeden Organismus überlebenswichtig. Denn stellt euch vor, wir würden uns nicht vor Höhe, großen Tieren oder Naturkatastrophen fürchten – der Mensch würde nicht mehr existieren. Angstreaktionen haben im allgemeinen einen typischen Zeitverlauf. Zunächst ist die Angst sehr hoch und somit auch unsere Alarmbereitschaft, um schnell auf Situationen reagieren zu können. Mit zunehmender Zeit ebbt die Angst dann langsam ab, um nachfolgenden Situationen immer noch mit erhöhter Aufmerksamkeit entgegenzutreten. Wie sich die Angst aufbaut, könnt ihr hier im ersten Versuch mit den Bullshits sehen. Bis die „Versuchsperson“ wirklich Angst vor Chris hat, dauert es ein paar Sekunden. Bei der Angst wird generell zwischen zwei Typen unterschieden. Einerseits gibt es die akute Angst, die wir in Momenten haben, in denen wir uns bedroht fühlen. Stellt euch vor, ihr seid mit einem Tiger in einem dunklen Käfig.

Angst im Kindesalter

Hättet ihr da auch Angst? Andererseits gibt es permanente Ängste, die sich im Lauf unseres Lebens entwickeln. Das sind dann mehr oder weniger starke Ängste. Beispielsweise können bis zum dritten Lebensjahr die Körperkontaktverlustangst, die Trennungsangst und die sogenannte Achtmonatsangst auftreten, die wir meist als „Fremdeln“ bezeichnen. Sie entwickeln sich aus der Fähigkeit des Kindes, nun zwischen „anwesend und abwesend“, „fremd und vertraut“ unterscheiden zu können. In dieser Zeit entwickelt sich auch die Angst vor der Dunkelheit. Aber warum haben wir davor überhaupt Angst? Weil wir uns nicht auf unseren Sehsinn verlassen können, wie wir es gewohnt sind. Mit den Jahren gewöhnen wir uns an die Dunkelheit und das alles ist nicht mehr so schlimm. Aber für ein kleines Kind ist es ziemlich ungewohnt, wenn plötzlich das Licht aus ist und es nichts mehr sieht. In solchen Situationen kann auch eine Panik entstehen. Panik ist eine starke Form der Angst, bei der unser Körper quasi überreagiert. In Panikattacken verlieren wir teilweise die Kontrolle über uns selbst und unser Körper ist nur darauf bedacht, die Situation zu überleben, auch wenn die Situation möglicherweise gar nicht so bedrohlich ist, wie wir sie zunächst einschätzen.

Im Versuch mit den Jungs von BullshitTV hat das mit der Panik scheinbar ganz gut geklappt. Auch im Zusammenhang mit Angst stehen Phobien. Sie bezeichnen Angststörungen. Phobie kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Furcht oder Schrecken. Eine Phobie wird auch als Realangst bezeichnet, da sie in den Momenten auftritt, in denen wir uns bedroht fühlen. Zudem steht eine Phobie auch für eine Angst vor etwas, das wir noch gar nicht genau kennen, zum Beispiel Spinnen.

Ängste treten auch unterschiedlich stark auf

Für den einen ist eine Achterbahnfahrt das totale Vergnügen, andere wiederum trauen sich erst gar nicht, mitzufahren. Wie stark eine Angst ausgeprägt ist, hängt von einigen Faktoren ab. Dazu zählt unter anderem das persönliche Umfeld. Aber wie überwindet man eine Angst? Die wohl bekannteste Methode ist die Konfrontationstherapie. Der Proband wird also mit seiner Angst konfrontiert, beispielsweise mit einer Spinne zusammengebracht. Dadurch soll die Angst abtrainiert werden, aber auch wenn wir die empfundene Angst abschwächen können, bleibt eine gewisse Ängstlichkeit nach wie vor bestehen.


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