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Keine Blinddarm-Operationen mehr!

Blinddarm-Operation wird durch Medikation ersetzt

Starke, unausstehliche Schmerzen im Unterleib? Könnte ein Problem mit dem Blinddarm sein. Wer schon einmal eine Blinddarmentzündung hatte, der kennt diese höllischen Schmerzen. Aktuell werden diese Blinddarmkomplikationen operabel gelöst. Der Wurmfortsatz wird vom Blinddarm getrennt und herausgenommen. Wenn man diesen Fortsatz bei einer Entzündung nicht rechtzeitig entfernt, kommt es zu einem Durchbruch. Infektionen im Inneren des Körpers können die Folge des Durchbruchs sein.
Forscher aus Finnland halten eine Operation aber nicht mehr für notwendig. Sie sehen Antibiotika als neues Mittel zum Zweck.
Ihre These haben sie auch direkt ausgetestet. Mit rund 500 Probanden führten sie ihre Studie durch. Alle hatten eine „einfache“ Blinddarmentzündung. Per Zufallsprinzip wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe (273 Personen) wurde operiert und die andere (256 Personen) bekam Antibiotika. Alle aus der ersten Gruppe, bis auf einer Person bei der die Entzündung schon vor der OP schwächer wurde, konnten nach der OP komplikationslos nach Hause. Bei der zweiten Gruppe zeigte das Antibiotika sehr positive Auswirkungen. Ganze 186 Probanden konnten mit Hilfe des Medikaments ihre Blinddarmentzündung behandeln.

„Es ist an der Zeit, darüber nachzudenken, die routinemäßige Blinddarm-OP bei Patienten mit einer unkomplizierten Entzündung abzuschaffen“ – Edward Livingston

Zu einer Revolution in der Behandlung von Blinddarm-Komplikationen kommt es vorerst aber nicht. Es gibt noch zu wenige belegbare Erkenntnisse darüber. Um eine Antibiotika-Therapie auf diesem Feld einsetzen müsse man noch viel mehr und vor allem viel umfangreichere Studien durchführen.
Vor allem müsste man klären welche Methode verträglicher ist: OP oder Medikation?

Mehr dazu: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/blinddarmentzuendung-antibiotika-macht-op-oft-ueberfluessig-a-1039024.html

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