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Mascot auf dem Weg zum Asteroiden

Bild: DLR.

Der Asteroidenlander Mascot des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist unterwegs zum Asteroiden 1999 JU3. Heute morgen um 5.22 Uhr mitteleuropäischer Zeit hob die Rakete mit der japanischen Hayabusa2-Sonde und dem Lander Mascot vom Tanegashima Space Center ab. Bis sie ihr Ziel erreicht, wird es allerdings noch vier Jahre dauern. Die japanische Hayabusa2-Sonde soll dort Material vom Asteroiden 1999 JU3 einsammeln und zur Erde zurückbringen. Mascot hingegen wird auf dem Asteroid aufsetzen und sich hüpfend fortbewegen, um an mehreren Orten Messungen durchzuführen. Überwacht und gesteuert wird der Lander vom DLR in Köln.

„Niemand kennt die genaue Anziehungskraft des Asteroiden.“

Der angesteuerte Asteroid hat gerade einmal einen Durchmesser von einen Kilometer. Um ihn zu erreichen, wird die Hayabusa2-Sonde im Winter 2015 noch einmal Schwung an der Erde holen. Nach der Ankunft wird sie 1999 JU3 zunächst kartieren, bevor sich die japanische Sonde dann Anfang 2019 seiner Oberfläche annähert, um Materialproben einzusammeln. Die Landeeinheit Mascot wird aus einer Höhe von 100 Metern im freien Fall auf den Asteroiden sinken. „Die größten Herausforderungen werden die Trennung von der Muttersonde und die anschließende Landung sein“, so die Projektleiterin Dr. Tra-Mi Ho vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. „Niemand kennt die genaue Anziehungskraft des Asteroiden.“ 1999 JU3 enthält besonders viel Kohlenstoff und gehört somit zu einer häufig vorkommenden Asteroidenklasse. Dennoch wissen die Wissenschaftler nur wenig über ihr Untersuchungsobjekt.

Mascot kurz vor dem Start

Mascot kurz vor dem Start vom Tanegashima Space Center. Bild: DLR

Mascot ist zehn Kilogramm schwer

Im Jahr 2019 werden die Asteroidenforscher insgesamt bis zu 16 Stunden lang Daten erhalten, die so bisher noch nie gemessen werden konnten. Sollte die Batterie des Landers nach zwei Asteroidentagen und -nächten erschöpft sein, endet die Mission, denn im Vergleich zum Philae-Lander der Mission Rosetta hat Mascot keine Solarpaneele zum Aufladen. Der zehn Kilogramm schwere Lander besitzt insgesamt vier Instrumente. Mit einem Radiometer und einer Kamera des DLR sowie einem Spektrometer des Institut d’Astrophysique Spatiale und einem Magnetometer der TU Braunschweig sollen die mineralogische und geologische Zusammensetzung der Asteroidenoberfläche untersucht und Oberflächentemperatur sowie Magnetfeld des Asteroiden ermittelt werden. Mit Hilfe eines Schwungarmes im Inneren kann der Lander gegebenenfalls noch in die richtige Position hüpfen und sich ausrichten, bevor die Messungen beginnen. Wenn alle vier Instrumente zum Einsatz gekommen sind, wird Mascot zum nächsten Einsatzort springen.

Mehr in der Mitteilung des DLR.


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