Image

Mission Rosetta: Komet verliert an Material

Bild: ESA/Rosetta/NAV/CAM.

Die oberste Schicht des Kometen 67P/Churyumow-Gerasimenko könnte auf seiner bisher unbeleuchteten Südseite um bis zu 20 Meter schrumpfen, wenn ab Mai 2015 die Sommerhitze den Kometen beeinflusst. Denn durch die Annäherung an die Sonne nimmt die Aktivität auf dem Gesteinsbrocken zu. Dabei verliert der Komet Gas und Material und schleudert es ins All. Eine Modellrechnung von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (kurz DLR) zeigt: Mit jeder seiner fast sechseinhalbjährigen Umlaufbahnen um die Sonne verliert der Komet gegenwärtig einiges an Oberfläche – und dies vor allem auf der Südseite, mit einem kurzen, aber sehr intensiven Sommer.

Vergleichsweise kurzer Sommer auf dem Kometen

„Der Komet häutet sich quasi ständig und zeigt frisches, unverbrauchtes Material an seiner Oberfläche, das noch nicht durch die kosmische Strahlung gealtert ist“, so Dr. Ekkehard Kührt, der die wissenschaftlichen Beteiligungen des DLR der Mission Rosetta leitet. Um die Sonne einmal zu umkreisen, benötigt der Komet sechs Jahre und fünf Monate. Dabei verkehrt er auf einer sehr eliptischen Bahn, ist also über einen langen Zeitraum weit von der Sonne entfernt, dann kurz nah an der Sonne. Den sonnennächsten Punkt wird 67P/Churyumow-Gerasimenko im Mai diesen erreichen. Dies und die starke Neigung seiner Rotationsachse um 53 Grad zur Bahn um die Sonne – die Erde ist im Vergleich dazu lediglich um 23 Grad geneigt – sorgen dafür, dass die Jahreszeiten auf den beiden Hemisphären sehr deutlich, aber extrem unterschiedlich ausgeprägt sind. Während die nördliche Hemisphäre einen sehr langen, aber nicht besonders intensiven Sommer hat, hält der Sommer auf der südlichen Hemisphäre erst jetzt Einzug – zwar nur für zehn Monate, aber durch die große Sonnennähe besonders intensiv. Die Raumsonde Rosetta und der Philae-Lander haben dabei eine gute Sicht auf den Kometen, wie das DLR mitteilte. Mit der „heißen Phase“ des Kometen steigen auch die Chancen, den Philae-Lander zu reaktivieren. Ab März besteht dann frühestens die Möglichkeit, wieder mit der Landeeinheit zu kommunizieren.

Mehr in der Mitteilung des DLR.

No comments

Add yours