Image

Philae: Warten auf ein Lebenszeichen

Bild: ESA/AOES Medialab.

Morgen, also am 12. März 2015, gibt es erneut die Chance, mit dem Philae-Lander zu kommunizieren. Nachdem sich die Landeeinheit der Raumsonde Rosetta aus Energiemangel vorzeitig abgeschaltet hatte, soll er jetzt reaktiviert werden und wieder mit den Experten auf der Erde kommunizieren. Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (kurz DLR) und der Europäischen Weltraumorganisation ESA hoffen, dass durch die mittlerweile verkürzte Entfernung zur Sonne genug Lichtenergie auf den Lander fällt, um seine Batterie wieder aufzuladen.

Philae ist momentan noch auf Standby

Damit Philae wieder aufwachen kann, müssen allerdings einige Bedingungen zutreffen. Zunächst muss es im Inneren des Landers wärmer als minus 45 Grad Celsius werden. An seinem endgültigen Landeplatz Abydos erreicht ihn nur wenig Sonne. Deshalb waren die Temperaturen bisher deutlich niedriger als notwendig. Zusätzlich muss Philae über seine Solarpaneele mindestens mit 5,5 Watt versorgt werden. Völlig abgeschaltet war der Lander aber nicht: „Philae ist so konstruiert, dass er seit November 2014 jedes bisschen Sonnenenergie dafür nutzt, sich aufzuheizen“, erklärt Dr. Koen Geurts vom DLR-Kontrollzentrum. Sobald er „merkt“, dass er mehr als 5,5 Watt Energie erhält und seine eigene Temperatur über minus 45 Grad Celsius liegt, schaltet Philae sich ein, heizt sich weiterhin auf und versucht zusätzlich, seine Batterie zu laden. Dann hoffen die Wissenschaftler auf ein Signal.

Welche Versuche Philae noch durchführen wird, ist unklar

Sobald er wach ist, schaltet Philae alle 30 Minuten seinen Empfänger ein und versucht, den Kontakt zur Raumsonde Rosetta herzustellen. Auch das kann er bei einem noch sehr niedrigen Energiestand durchführen. „Zu diesem Zeitpunkt wissen wir aber noch nicht, dass er wach ist“, sagt DLR-Ingenieur Koen Geurts. „Um uns eine Antwort zu schicken, muss Philae nämlich auch seinen Sender einschalten – und dafür benötigt er zusätzliche Energie.“ Es könnte also passieren, dass Philae zwar aufwacht, aber nicht genug Energie aufbringt, um ein Lebenszeichen auf die Erde zu schicken. Etwa eine Woche lang wird die Raumsonde Rosetta den Lander anfunken und eine Reaktion abwarten. Am wahrscheinlichsten ist der Kontakt bei elf Vorbeiflügen, bei denen der Orbiter in einer besonders günstigen Konstellation zum Lander während eines Kometentages seine Bahn zieht – denn nur dann steht Philae im Sonnenlicht und wird über seine Solarpaneele mit Energie versorgt. Welche Versuche an Bord des Landers durchgeführt werden können, hängt von der Energiemenge ab, die Philae erhält und auch speichern kann. Möglicherweise können auch nur einige Versuche aktiviert werden oder auch nur teilweise. „Sollten wir bis zum 20. März keinen Kontakt zu Philae aufbauen können, werden wir dies bei der nächsten Gelegenheit wiederholen“, so Philae-Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR. Mit zunehmender Annäherung an die Sonne wird auch die Energie größer, die der Lander über seine Solarpaneele erhält. „Sobald wir mit Philae wieder kommunizieren können, kann die wissenschaftliche Arbeit beginnen.“

Mehr in der Mitteilung des DLR.

Alle Meldungen zur Mission Rosetta bei Clixoom.de.

No comments

Add yours