Planet Merkur schrumpft!

Beitragsbild: NASA/Duberstein

„The Incredible Shrinking“

Es gibt überraschende Neuigkeiten zum Planeten Merkur! Auf Bildern, die von der NASA Raumsonde Messenger gemacht wurden, konnten Forscher beobachten, dass Merkur noch immer sehr aktiv ist! Hier noch mal kurz ein paar Fakten zum Merkur: Merkur ist der kleinste Planet im gesamten Sonnensystem, der auch tatsächlich als Planet gilt, sein Durchmesser beträgt 4.900 Kilometer. Zum Vergleich, der Erddurchmesser ist 12.800 Kilometer. Der Merkur hat die geringsten Entfernung zur Sonne. Und das hat einen Nachteil: Dadurch, dass er so nah an der Sonne, also dreimal so nah an der Sonne wie unsere Erde ist, ist es wegen der hohen Temperaturen – die mittlere Temperatur beträgt 167° Celsius – und der intensiven Strahlungsbelastung schwer ihn zu erkunden. Auch von der Erde aus ist er wegen der Sonnennähe schwer zu beobachten. Auch mit Raumsonden hinkt die Forschung etwas hinterher. Bisher gab es nur zwei Sonden, die den Planeten angeflogen haben. Unter anderem ist das Gravitationsfeld der Sonne so stark, dass es schwer ist, Sonden dort sicher hinzuschicken. Damit ist der Merkur einer der am wenigsten erforschten Planeten im gesamten Sonnensystem.

Besonders an dem Planeten ist allerdings die Tatsache, dass es dort Wasser gibt. In Kraterränden an den Polkappen hat man Spuren von Wasser entdeckt. Außerdem gehört Merkur auch zu den Planeten mit der höchsten Dichte im Sonnensystem. Und warum das so ist, sieht man schnell, wenn man den Aufbau von Merkur ansieht. 70 Prozent des Planeten bestehen aus dem massereichen Kern – das ist bei keinem anderen Planeten der Fall. Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass Merkur mal viel größer war und ein oder mehrere große Einschläge einen Teil des Merkur einfach abgesprengt haben.

Dass der Planet einmal größer war, gilt inzwischen als erwiesen. Wie Forscher im Fachmagazin „Nature Geoscience“ jetzt berichteten, scheint die Plattenaktivität des Merkurs – im Gegensatz zur geläufigen Meinung – noch immer höchst aktiv zu sein!

“Bilder von Carnegie Rupes, einem der größten Steilstufen auf der Nordhalbkugel des Merkur, deuten darauf hin, dass die darunterliegende Verwerfung kürzlich reaktiviert wurde“, so die Experten.

Auf den Aufnahmen der NASA Raumsonde Messenger fand man diese Verwerfungen und ordnete sie zeitlich auch direkt ein.

„Das ständige Meteoriten-Bombardement degradiert und zerstört Strukturen dieser Größe normalerweise sehr schnell“ – „Diese Falten können daher erst vor kurzer Zeit entstanden sein.“, das sagte Maria Banks vom Planetary Science Institute.

Im Zuge der aktiven Plattentektonik könnte Merkur nicht nur immer kleiner werden, auch seine tektonische Aktivität sei sehr hoch, es kommt also ständig zu Erdbeben! Wie die Experten in ihrem Artikel beschreiben sei der fast nur noch aus seinem Kern bestehenden Planeten seismisch nicht zu unterschätzen. Wird Merkur also in naher oder wohl eher ferner Zukunft immer kleiner und brüchiger werden? „The Incredible Shrinking“, wie die NASA den Vorgang bezeichnet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit noch lange andauern. Der Planet verschwindet also nicht von jetzt auf gleich, seine Größe wird sich aber definitiv noch weiter verändern. Er wird kleiner, die genaue äußerliche Entwicklung lässt sich allerdings nicht genau prognostizieren.

Quellen:
http://www.nasa.gov/feature/the-incredible-shrinking-mercury-is-active-after-all
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20667-2016-09-28.html
http://clixoom.de/unser-sonnensystem-der-merkur/3900

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