Image

Saturn-Mond eiert um die eigene Achse

Bild: NASA/JPL/SSI.

Der kleinste Saturn-Mond dreht sich nicht rund um die eigene Achse. Forschungen der Astronomen um Radwan Tajeddine von der Cornwell-Universität in Ithaca, New York zufolge besitze der kleine Trabant entweder einen eierförmigen Kern oder einen unterirdischen Ozean, der für die Schwankungen verantwortlich sei. Mit Hilfe der Saturnsonde Cassini hatten die Wissenschaftler die Eigenbewegungen des Saturn-Mondes aus verschiedenen Blickwinkeln untersucht.

Schwerkraft des Saturns könnte mitverantwortlich sein

Diese Bilder wurde auch zu verschiedenen Zeiten gemacht. In der Auswertung entstand daraus ein dreidimensionales Modell im Computer, mit dem sich die Position zahlreicher Punkte auf der Mondoberfläche berechnen lässt. Dabei stellten die Forscher fest, dass der Trabant leicht hin und her schaukelt. „Nachdem wir Mimas (so der Name des Saturn-Mondes; Anmerkung der Redaktion) sorgfältig untersucht hatten stellten wir fest, dass er eine Libration um seine Polachse vollführt – also leicht eiert“, erläutert Tajeddine in einer Mitteilung seiner Hochschule. „Wir sind ganz begeistert von diesen Messungen, denn sie könnten viel über das Innenleben des Mondes zeigen. Die Natur ermöglicht uns im Prinzip, dasselbe zu tun, was ein Kind macht, wenn es ein Geschenk schüttelt, um herauszufinden, was im Inneren versteckt ist.“ Der genaue Grund für die Schwankungen ließ sich bislang nicht feststellen. Die Stärke von Mimas Schwankungen zeige, dass sein Inneres nicht gleichmäßig aufgebaut ist. Diese Tatsache ließe sich mit einem eiförmigen Kern erklären, der durch die Schwerkraft des Saturns abgeplattet wurde. Andererseits könnte auch ein unterirdischer Ozean für die Schaukelbewegungen verantwortlich sein. Bereits im Jahr 2010 haben Wissenschaftler eine ungewöhnliche Temperaturverteilung auf Mimas ausgemacht. Die Struktur erinnert an die Videospielfigur Pac-Man.

Mehr im Artikel des Fachmagazins Science.



No comments

Add yours