Sonnenstürme gefährden die Erde!

Stromausfall in großen Teilen der Erde. Satelliten fallen aus und stürzen ab. Von einem auf den anderen Tag wären Millionen und aber Millionen elektrische Geräte einfach so kaputt. Diesem Szenario ist unser Planet am 23. Juli 2012 nur haarscharf entgangen. Ein gigantischer Sonnensturm hat uns nur knapp verfehlt.

Am 23. Juli 2012 geschah etwas, mit dem Forscher eigentlich nur alle paar hundert Jahre rechnen. Und über die Konsequenzen und wie wir uns dagegen schützen können, hatte sich bis dato kaum jemand Gedanken gemacht. Eine riesige Plasmaeruption löste sich von der Sonne Richtung Erde. Die hatte gerade das Zielgebiet verlassen und der Sturm verfehlte die Erde knapp. Ansonsten wäre das passiert, was schon einmal, 1859, geschah. Damals traf uns ein riesiger Sonnensturm. Bis an den Äquator waren Polarlichter zu sehen. Die Telegrafenleitungen sprühten Funken und das Telegrafennetz wurde massiv gestört. Allerdings gab es davon damals lediglich 200.000 Kilometer. Es war das Carrington-Ereignis. Der britische Astronom Richard Carrington hatte es damals entdeckt. Die Konsequenzen heute wären viel schlimmer. „Hätte uns der getroffen, würden wir heute noch immer die Schäden beseitigen.“ sagt Daniel Baker von der University of Colorado. Auf 2 Billionen Dollar wird der mögliche Schaden geschätzt. Eine der folgenreichsten Naturkatastrophen, die die Erde jemals erlebt hätte. Und das nur, weil wir heute von der Elektrizität abhängig sind.

Dabei ist ein Sonnensturm an sich ganz harmlos. Es ist eine Eruption auf der Sonnenoberfläche, bei der magnetisches Plasma in den Weltraum geschleudert wird, Elektronen und Protonen. Trifft dieses Plasma die Erde wird das Magnetfeld gestaucht und kosmische Strahlung trifft die Atmosphäre und sogar tiefere Schichten. Wunderschöne Polarlichter sind sogar am Äquator zu sehen. Durch die moderne Technik, von der unser Leben überall auf unserem Planeten abhängt sind wir allerdings verwundbar. Ein solches Ereignis stört unser ganzes elektrisches Netzwerk. Das fängt bei den GPS-Satelliten an. Hier stören die von der Sonne ausgeworfenen Elektronen und Protonen direkt die Satelliten und unsere Navis spielen verrückt. Am Boden werden durch das Zusammenquetschen des Magnetfeldes riesige Ströme induziert, die die elektrischen Geräte zerstören, flächendeckend. Ganze Regionen können durch einen Sonnensturm lahmgelegt werden.

1989 passierte genau das in der kanadischen Region Quebec. Dabei war dieser Sonnensturm noch einigermaßen harmlos. 90 Sekunden nach dem Aufschlag dieses Sonnensturms brach ein komplettes Stromnetz zusammen. 9 Stunden lang war die Region lahmgelegt. Der Schaden wird auf hunderte Millionen Dollar geschätzt. Gut das die Region mit Strom aus Wasserkraft versorgt wird. Wäre eine Kernkraftwerk betroffen gewesen, hätten die Folgen katastrophal sein können. Wissenschaftler, wie Baker, fordern jetzt bessere Sicherheitsmaßnahmen gegen solche Sonnenstürme. Denn es gilt inzwischen als sicher, dass ein heftiger Sonnensturm schon bald die Erde treffen könnte.  Geplant ist jetzt ein Ring aus kleinen Satelliten, groß wie Brotdosen, rund um die Sonne, der als Frühwarnsystem dienen soll. Gleichzeitig können mit den kleinen Satelliten neue Erkenntnisse über das Magnetfeld der Sonne gewonnen werden.

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