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Sternen fehlt es an Lithium!

Bild: Eclipse.sx. CC BY 3.0

Die ältesten Sterne der Milchstraße enthalten nur etwa halb so viel Lithium wie bisher angenommen. Die naheliegende Annahme, die Messungen seien falsch, konnte jetzt einwandfrei widerlegt werden. Forscher am Helmholtz-Zentrum in Dresden haben im italienischen Gran-Sasso-Labor unterirdisch mit Hilfe von Experimenten nachweisen können, dass die Produktionsrate von Lithium nach dem Urknall mit den theoretischen Werten übereinstimmt.

Mangel an Lithium bislang nicht erklärbar

In ihren Versuchen haben die Wissenschaftler unter Urknallbedingungen Heliumkerne mit hoher Energie auf Deuterium geschossen. Deuterium ist sogenannter „schwerer Wasserstoff“, da er neben einem Proton auch ein Neutron besitzt. Prallen die beiden Elemente aufeinander, verschmelzen die Kerne mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit und es entsteht Lithium. Das Labor in Italien wird von 1.400 Metern Felsgestein und einer zusätzlichen Bleihülle umgeben, um die seltenen Wechselwirkungen zwischen den Kernen ohne Störungen genau erfassen zu können. Mit den gewonnenen Ergebnissen lässt sich die mögliche Auflösung des Problems widerlegen, da die Theorie und die Berechnung des Lithium-Anteils bestätigt werden konnte. Die tatsächliche Ursache der fehlenden Menge an Lithium muss also noch gefunden werden. Unmittelbar nach dem Urknall sind Wasserstoff, Helium und Lithium entstanden. Sie sind drei leichtesten Elemente im Periodensystem.

Mehr in der Veröffentlichung der Forscher im Fachmagazin „Physical Review Letters“ oder in der Pressemitteilung des Helmholtz-Zentrums in Dresden.





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