Technologien des Ersten Weltkriegs

Vor fast genau 100 Jahren, am 28. Juli 1914, begann der Erste Weltkrieg. Es war ein Konflikt, der sich auf den gesamten Globus auswirkte. Um die Oberhand in den Kämpfen zu behalten, war jeder bestrebt, neue Technologien zu entwickeln. Zum 100. Jahrestag dieses großen Ereignisses geht es um technische Entwicklungen zur Zeit des Ersten Weltkriegs.

Der Gaskrieg

Der Deutsche Fritz Haber, Nobelpreisträger der Chemie, entwickelte eine Waffe, die den Verlauf des Ersten Weltkriegs entscheidend veränderte. Was zunächst als Abfallprodukt entstanden war, wurde zu einer massenvernichtenden Waffe. Giftgas. Vor allem Chlor wurde eingesetzt, um die Soldaten in den Schützengräben dauerhaft kampfunfähig zu machen. Denn Chlor verursacht beim Einatmen Verätzungen in der Lunge und einen qualvollen Tod. Der gesamte Gaskrieg inmitten des Ersten Weltkriegs beendete das Leben von etwa 90.000 Soldaten. Auch andere Gase, wie beispielsweise Tränengas, wurden eingesetzt.

Luftfahrt

Eine weitere Neuentwicklung waren die Flugzeuge und der Zeppelin. Nur zehn Jahre vor dem Beginn des globalen Konflikts hatten die Gebrüder Wright das Fliegen ermöglicht. Mit den ersten Flugzeugen konnten sich die Soldaten allerdings teilweise nur langsamer als in Autos fortbewegen. Doch die Technologien rund ums Fliegen wurden rasant weiterentwickelt.  Der Einsatz von Flugzeugen wurde während des Krieges immer wichtiger. Er führte auch dazu, dass sich die Zivile Luftfahrt nach dem Krieg so schnell entwickeln konnte. Denn die Transportflugzeuge für Truppen wurden später als die ersten Zivilflugzeuge verwendet. Später wurden diese dann weiterentwickelt und hatten nichts mehr mit der Kriegführung zu tun.

Medizin

Der Fall vom türkischen Feldwebel Mustafa Ipar, der in Berlin behandelt wurde, zeigt, wie schrecklich der Krieg war. Ihm fehlte fast das gesamte Gesicht. Er hatte großes Glück, der Chirurg Jaques Joseph konnte in mehreren Operationen sein Gesicht einigermaßen wiederherstellen. Allerdings reichte es nur, um lebenswichtige Funktionen, wie Atmen, Essen und Trinken wieder zu ermöglichen. Sein Gesicht bleib nach wie vor stark gezeichnet von den Waffen der Soldaten. Vielen anderen fehlten ebenfalls Körperteile, teils durch Geschosse, andererseits durch Granatsplitter. Die vielen entstellten Gliedmaßen und Gesichter legten die Grundlage für die heutige plastische Chirurgie.

Zudem wirkte das Schweizer Rote Kreuz viel an den Grenzen Deutschlands, Österreich-Ungarns und Frankreichs und brachte so ebenfalls medizinische Fortschritte. Die Bluttransfusion ermöglichte vielen Soldaten eine Chance auf Heilung, Impfungen und bessere Hygiene an den Fronten sorgten für größere Überlebenschancen gegenüber Krankheiten. Dennoch, wer geheilt war, wurde meist wieder an die Front geschickt, um für sein Vaterland zu sterben.

Der U-Bootkrieg

Auch mein Großvater kämpfte im ersten Weltkrieg. Er war für die Technik in den ersten Hybridfahrzeugen zuständig. Denn die wurden im ersten Weltkrieg eingesetzt. Es waren U-Boote. Nach dem Krieg zog er mit einer Lichtbildschau durch die deutschen Säle – hier die Kartons mit den Bildern – und zeigte den deutschen U-Bootkrieg aus einer sehr persönlichen Perspektive.

Die U-Boote waren gezwungen mit einem Hybridantrieb zu fahren, da ein Verbrennungsmotor Sauerstoff zur Verbrennung benötigt. Unter Wasser wurde er von der Mannschaft als Atemluft benötigt. Für den Antrieb war nicht genug da. Deshalb gab es nur eine Lösung für die Motorisierung unter Wasser: Elektromotoren. Einen Vorteil hatten U-Boote: Der Antriebsstrang konnte lang sein, so dass Verbrennungsmotor und Elektromotor hintereinander liegen konnten. Das machte die Konstruktion einfach. Der Nachteil: Die Batterien oder Akkumulatoren, wie sie genannt wurden, waren sehr schwach. Die U-Boote waren über Wasser zwar sehr schnell, aber Unterwasser konnten sie ihren Verfolgern nicht entkommen.

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