Unser Sonnensystem: Die Venus

Ganz anders als auf dem Merkur sind Meteoritenkrater auf der Venus tatsächlich gar nicht so häufig, da wirklich nur die größten Meteoriten durch die Atmosphäre bis zur Oberfläche durchkommen, während der Rest dort einfach verdampft. Ein wichtiger Faktor die die Venus ausmacht ist, dass sie zu den aktivsten Planeten zählt, wenn es um Vulkane geht. Denn es gibt dort mindestens so viele Vulkane wie auf der Erde. Außerdem ist die Venus auch fast genau so groß. Sie dreht sich aber nicht in die gleiche Richtung wie fast alle anderen Planeten, sondern sie dreht sich rückwärts – also von ihrem Nordpol aus gesehen im Uhrzeigersinn. Um sich einmal um sich selbst zu drehen, dauert es 243 Tage. Interessant dabei ist, dass sich die obersten Wolkenschichten der Venus den Planeten in nur vier Tagen einmal umkreisen.  Sie rotieren somit 60-mal so schnell, als der Planet selbst. Bis sie die Sonne einmal umrundet hat, dauert es übrigens nur 225 Tage. Das bedeutet, ein Venusjahr ist kürzer als ein Venustag.

Sonden können nicht auf der Venus landen

Wenn auf der Venus ein Vulkan ausbricht, reichert das die Atmosphäre mit immer mehr Schwefel an. Und dadurch sind tatsächlich Schwefelsäurewolken entstanden. Deshalb gibt es dort natürlich auch gelegentlich Schwefelsäureregen. Und das in einer Atmosphäre, die 90-mal so dicht ist wie die unsere Erde. Menschen könnte man dort sowieso nie hinschicken. Denn wir hatten ja schon Probleme damit, die Venus mit Sonden zu erforschen. Denn bei einer so dichten Atmosphäre von Kohlenstoffdioxid, mit Schwefelsäurewolken und immer mindestens 440 Grad ist es so gut wie unmöglich, Sonden heil auf die Oberfläche der Venus zu bringen und dort irgendwelche Forschungen zu machen. Die meisten Sonden sind ganz einfach zerbrochen.

Venus Vergleich

Wenn wir uns einmal Bilder der Venus ansehen, fällt uns auf, dass wir zwei komplett verschiedene Erscheinungsbilder haben. Das linke eher weich und das rechte das komplette Gegenteil. Das liegt ganz einfach daran, dass wir keine Möglichkeit haben, die direkte Oberfläche der Venus zu fotografieren. Das linke Bild zeigt die Venus, wie sie von außen eben aussieht, und das rechte Bild ist eine Radaraufnahme der Raumsonde Magelan, die zeigt, wie die Oberfläche unter der dichten Wolkendecke aussieht.

Kontinente auf der Venus

Ansonsten ist die Venus auch gar nicht so verschieden, wenn man sich den Aufbau ansieht. Vom Mantel, der Kruste, dem Kern ist alles recht gleich wie auf den anderen Planeten, mit dem Unterschied, dass die Venus keinen flüssigen Äußeren Kern hat. Außerdem hat die Venus, genauso wie die Erde, einzelne Kontinente. Allerdings beschränkt sich deren Anzahl auf zwei und die „Ozeanbecken“ sind nicht so tief und haben selbstverständlich kein Wasser. Was die anderen Faktoren angeht, ist die Venus das absolute Gegenteil der Erde. Und vor einigen Jahrzehnten dachte man sogar noch, die Venus wäre quasi ein Zwilling der Erde, auf dem es gar nicht so abwegig wäre zu leben. Bis man eben durch Forschungen herausfand, dass nicht gerade die beste Idee war.

Vielen Dank an Thomas vom Kanal AllesPhysik für diesen Beitrag!

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