Unser Sonnensystem: Uranus & Neptun

Uranus ist bereits 19-mal weiter von der Sonne entfernt und das sind fast 2,9 Milliarden Kilometer. Und obwohl Uranus nur dreimal kleiner als Jupiter und Jupiter über 300-mal schwerer als die Erde ist, beträgt die Masse des Uranus etwa das 15-fache der Erde. 1977 hat man bemerkt, dass ein Stern blinkt, während er hinter dem Uranus vorbeifliegt.  Das kommt daher, da Uranus ganze neun Ringe hat und der Stern einfach hinter den Ringen einmal verschwand und wieder sichtbar wurde. Und wenn man sich die Ringe des Uranus ansieht, dann sieht man auch, dass seine Achse um 98 Grad geneigt ist.

Neben seinen Ringen hat der Uranus auch noch 27 Monde. Deren Durchmesser schwanken zwischen 10 und 16.000 Kilometern. Die zwei größten Monde Titania und Oberon liegen dabei nur um 55 Kilometer Durchmesser auseinander und sind sich auch sonst ziemlich ähnlich. Die Gesamtfläche von Titania ist mit etwa 7,8 Millionen Quadratkilometern auch nur etwas größer als die Fläche von Australien. Als man 1846 die Position des Uranus bestimmen wollte, lag seine tatsächliche Position übrigens immer vor oder hinter der berechneten. Irgendwas musste Uranus also beeinflussen. Und das war der Neptun. Wenn Neptun dem Uranus sehr nahe kommt, beschleunigt er den Uranus und wenn sich die beiden wieder voneinander entfernen, verlangsamt er sich wieder.

In 165 Jahren um die Sonne

Neptun selbst ist dabei 1,5-mal weiter von der Sonne entfernt als der Uranus und ist damit auch der am weitesten von der Sonne entfernte, aber noch zum Sonnensystem zugehörige Planet. Ganze 165 Erdjahre dauert es, bis Neptun die Sonne einmal umkreist hat. Das bedeutet, als Neptun das letzte Mal dort war wo er heute ist, war gerade das Jahr 1850 (Stand 2015). Als Die Raumsonde Voyager am Neptun vorbeiflog, brauchten die Funkdaten aufgrund der unfassbaren Entfernung etwa vier Stunden, um die Erde zu erreichen. Neptun ist zwar dichter als Uranus, aber etwas kleiner und hat ein etwas ausgeprägteres Wettersystem. So hat Voyager beispielsweise ein Sturmsystem in der Größe der Erde entdeckt: Das ist der große dunkle Fleck, der jeden Tag seine Form änderte. Sieben Jahre nach der Entdeckung durch Voyager zeigte sich dann durch das Hubble Weltraumteleskop, dass der große dunkle Fleck verschwunden war. In den obersten Wolkenschichten herrschen Temperaturen von -200 Grad Celsius und das Wetter kommt zu einem Teil auch aus der inneren Wärme des Neptuns. Uranus hat so eine innere Wärme beispielsweise nicht. Und auch Neptun hat zwei Hauptringe und wird von 14 Monden begleitet. Genauso wie die Erde hat Neptun auch Jahreszeiten in Form von einer höheren Helligkeit und höherer Wolkendichte in der südlichen Hemisphäre, nur dauern sie hier 40 Jahre, werden aber auch durch seine Achsenneigung erzeugt.

Uranus dreht sich anders herum

Wie die beiden Planeten allerdings entstanden sind, ist noch ungeklärt. Sie wären nämlich zu groß, um sich aus Materie gebildet zu haben, die so weit von der früheren Sonne entfernt lag. Mittlerweile nimmt man an, dass sich beide Planeten nah an der Sonne gebildet haben und dann durch die Gravitationskraft von Jupiter hinausgeschleudert wurden. Das ist aber wie gesagt nur eine Vermutung. Simulationen in den 90ern zeigten auch, dass es möglich ist, dass sie sich
an ihren jetzigen Positionen geformt haben. Das Methan in deren Atmosphäre sorgt übrigens für ihre bläuliche Farbe. Außerdem sind der Uranus und die Venus die einzigen zwei Planeten (Pluto natürlich nicht mit eingeschlossen) die sich in die entgegengesetzte Richtung drehen.

Vielen Dank an Thomas vom Kanal AllesPhysik für diesen Beitrag!

No comments

Add yours