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Wasserdampf auf Exoplaneten entdeckt!

Bild: NASA/JPL-Caltech.

Forscher haben auf dem Exoplaneten HAT P-11b Wasser entdeckt. Der Planet ist rund 124 Lichtjahre von der Erde entfernt. Es ist der kleinste Planet, der sich außerhalb unseres Sonnensystems befindet, bei dem dieser Nachweis geglückt ist. Im Fachmagazin „Nature“ schreiben die Wissenschaftler, dass ihre Arbeit ein Meilenstein für die Suche nach Wasser auf erdgroßen Planeten ist.

Manche Exoplaneten sind zu heiß

Um zu leben, benötigt der Mensch Wasser. Deshalb suchen Astronomen danach in allen möglichen Formen auf extrasolaren Planeten, kurz Exoplaneten. Bei ihrer Suche profitieren sie davon, dass manche Planeten von der Erde aus gesehen in regelmäßigen Abständen vor ihrem Stern vorbeiwandern. Dabei durchleuchtet er die Planetenatmosphäre (siehe Bild). Denn je nach ihrer chemischen Zusammensetzung, absorbiert die Planetenatmosphäre unterschiedlich viel Licht bei unterschiedlichen Wellenlängen. Mit dieser Methode konnten Forscher bereits Wasser in der Atmosphäre einiger Riesenplaneten nachweisen. Der jetzt untersuchte Planet HAT P-11b hat dagegen nur etwa den vierfachen Durchmesser der Erde. Das entspricht ungefähr der Größe des Neptuns. Dadurch, dass er seinen Heimatstern dichter umkreist als der Neptun die Sonne, kommt es zu Temperaturen von bis zu 600 Grad Celsius. Das ist viel zu heiß, um darauf zu leben.

Je kleiner der Planet, desto häufiger gibt es schwerere Moleküle

Die Forscher vermuten, dass der Exoplanet einen Gesteinskern hat, der von einer dichten Atmosphäre umhüllt wird. Mit den Weltraumteleskopen „Hubble“, „Kepler“ und „Spitzer“ konnten in den wolkenfreien oberen Atmosphärenschichten Spuren von Wasserdampf entdeckt werden. Astronomen hoffen, dass in Zukunft auch Wasser auf etwa erdgroßen Planeten nachgewiesen werden kann, die sich in der bewohnbaren Zone ihres Heimatsterns befinden. Die Ergebnisse der amerikanischen Wissenschaftler stützen auch die bisherigen Annahmen von Astronomen von der Planetenentwicklung, denen zufolge schwerere Moleküle häufiger vorkommen, wenn der Planet kleiner ist. „Unsere Vorstellungen von der Planetenentstehung sind so entwickelt worden, dass sie zu unserem Sonnensystem passen, und wir wissen nicht, ob sich andere Planetensysteme genauso verhalten“, erklärte Forschungsleiter Drake Deming von der Universität von Maryland. „Wir möchten die grundlegende Frage untersuchen, ob kleine Planeten mehr schwere Elemente wie den Sauerstoff im Wasserdampf besitzen.“ Der geglückte Nachweis von Wasser auf HAT P-11b sei ein wichtiger Teil des noch zu lösenden Puzzles.

Mehr im Artikel des Fachmagazins Nature.



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