Wem gehört eigentlich das Weltall?

Beitragsbild: NASA/Esa

Das Weltall, mit seiner unendlichen Weiten hat einen Verwalter bekommen!

Der Weltraum, unendliche Weiten. Und jetzt auch mit neuem Besitzer – den vereinigten Staaten von Amerika!
Am 25. November unterzeichnete der amerikanische Präsident Barack Obama ein Dokument, das die bisherigen Verhältnisse im Weltall stark verändern kann. Mit der Unterschrift tritt der „U.S. Commercial Space Launch Competitiveness Act“ in Kraft. Damit haben sich die USA das Verwaltungsrecht des gesamten Welltalls gesichert. Dadurch soll beispielsweise das amerikanische Verkehrsministerium jeden privat-kommerziellen Weltraumflug verwalten. Laut den Amerikanern ist die Sicherheit im All besonders wichtig. Und dafür soll das US-Verteidigungsministerium sorgen. Bei der Ausbeutung von Rohstoffen auf Asteroiden oder anderen Planeten braucht man zunächst einmal die Genehmigung der NASA.In dem Dokument steht das übersetzt so: „Jedwedes von einem Asteroiden im All gewonnenes Material ist Besitz der Körperschaft, die das Material gewonnen hat, die damit alle Besitzrechte gewinnt im Einklang mit dem US-Bundesrecht und existenten internationalen Verpflichtungen.”. Wie aber kamen die Amerikaner JETZT darauf solche Besitzrechte zu beanspruchen? Dürfen die das überhaupt?

Schauen wir erstmal ein wenig zurück: Gedanken über die Besitzverhältnisse hat man sich schon sehr viel früher gemacht. Genauer gesagt im Jahr 1967. Damals setzten sich die Vereinten Nationen an einen Tisch und beschlossen gemeinsam den „Vertrag über die Grundsätze zur Regelung der Tätigkeiten von Staaten bei der Erforschung und Nutzung des Weltraums einschließlich des Mondes und anderer Himmelskörper“. Unterschrieben haben den unter anderem Russland, aber auch die USA.

Wettlauf um den Weltraum

Im Jahr 1967 war der Wettlauf um die Eroberung des Weltraums zwischen Russland und den USA schon lange entbrannt. Einige Jahre, im Jahr 1961 zuvor hatte Russland Juri Gagarin und damit den ersten Menschen ins Welt geschossen, US-Präsident John F. Kennedy erteilte im selben Jahr der NASA die Aufgabe bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen zum Mond zu schicken, was später, 1969 dann auch gelang. Daher war es an der Zeit für KLARE Regeln zu möglichen Besitzansprüchen verfasst werden. Der Weltraumvertrag von 1967 schloss, und das steht jetzt im Gegensatz zum neuen US-Gesetz die „nationale Aneignung durch Beanspruchung der Hoheitsgewalt, durch Benutzung oder Okkupation oder durch andere Mittel“ aus.

In dem Vertrag von 1967 wurde neben den eben genannten Grundsätzen ein weiterer SEHR WICHTIGER Punkt geklärt: Im All dürfen keinerlei nukleare Stützpunkte errichtet werden. Atomraketen oder ähnliches sind als da oben also verboten! Der Vertrag untersagt auch, dass es nur ein einziges Verwaltungsorgan für den Weltraum gibt. Mit dem neuen Vertrag ändern die USA also die Spielregeln. Neben der NASA gibt es natürlich noch andere Weltraumorganisationen, wie die ESA oder die die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos, aber von keiner gab es bisher ein Statement zu Amerikas Plänen. Russland wird sich das aber wohl nicht gefallen lassen. Mit Rechten ergeben sich natürlich auch Pflichten, nehmen wir also mal an die USA würden das Weltall bekommen: Welche Pflichten sind eigentlich mit dem Besitz des Weltalls verbunden?

Im Mai diesen Jahres kamen in Köln zahlreiche Experten zu der Tagung „Wem gehört der Mond?“ zusammen. Bernhard Schmidt-Tedd vom DLR, dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt, sprach dort ein paar Verantwortungsbereiche an, er sprach zum Beispiel die Problematik an, dass es dort oben schon recht voll ist: „Es muss auch geklärt werden, ob ein aktiver Satellit einem abgeschalteten Satelitten vorsorglich ausweichen muss – und wer dann diesen Energieverbauch bezahlt.“ Wären also die USA, als selbst ernannte oberste Weltrauminstanz, dafür verantwortlich?
Und weil so viele Objekte im Weltraum sind, hat sich dort über die letzten Jahrzehnte einiges an Weltraumschrott angesammelt.

Bild: Esa

Bild: Esa

Hier auf diesem Bild sieht man’s, das ist schon eine ganze Menge. Wer soll das also alles entsorgen? Wäre das jetzt auch ein Job für die USA?
Ein ganz wichtiger Punkt sind die Schürfrechte im All. Denn in so manchen Himmelskörper befinden sich seltene Elemente, die man vielleicht schon bald effektiv ausbeuten kann. Der Weltraum ist also vom großen wirtschaftlichen Interesse. Die USA haben, wie früher im Goldrausch, also gerade den größten Claim aller Zeiten abgesteckt. Zwar wollen die vereinigten Staaten mit ihrem neuen Gesetz nur verwalten, allerdings bleibt abzuwarten wie andere Staaten reagieren, wenn die erst mal angefangen haben, Rohstoffe auf Asteroiden abzubauen.

Quellen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/weltall-usa-erklaeren-sich-zum-verwalter-der-schuerfrechte-a-1065118.html
http://www.focus.de/wissen/weltraum/wem-gehoert-der-mond-das-weltall-braucht-regeln_id_4712336.html
https://www.congress.gov/bill/114th-congress/house-bill/2262
http://phys.org/news/2015-11-space-asteroid-mining-dangerous-potentially-illegal.html
https://www.vilp.de/treaty_full?lid=en&cid=196
http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/InternatRecht/Einzelfragen/Weltraumrecht/Uebersicht_node.html
https://www.congress.gov/bill/114th-congress/house-bill/2262

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