Image

Weniger neue Ebola-Fälle in Liberia

Die Zahl der gemeldeten Ebola-Neuinfektionen in Liberia ist erstmals rückläufig. Um eine Fehlinterpretation auszuschließen, werden die Zahlen derzeit noch von der Weltgesundheitsorganisation WHO überprüft. Bislang sehe es aber danach aus, dass der positive Trend bestätigt werden könne, so der Vizegeneraldirektor der WHO, Bruce Aylward. Damit ist es offenbar gelungen, durch die Isolierung von Infizierten und sichere Begräbnisse die weitere Verbreitung zu verhindern. Seit Ausbruch der Ebolaepidemie haben sich laut WHO insgesamt über 13.700 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Toten lag am Mittwoch offiziell bei 4922, Experten gehen aber nach wie vor von einer hohen Dunkelziffer aus. Die WHO hatte die Zahl der Toten in Liberia zuvor um 300 nach unten korrigiert – und die der Toten in Sierra Leone um 200 nach oben.

Noch immer fehlen Helfer

Zuvor gab das liberianische Rote Kreuz bekannt, dass die Zahl der in der Hauptstadtregion geborgenen Ebola-Toten inzwischen bei etwa 100 liege. Nach langer Zeit gibt es auch wieder freie Betten in den Krankenhäusern. Der Optimismus dürfe jetzt allerdings noch nicht zu groß werden, warnt WHO-Vertreter Aylward. „Das ist eine sehr, sehr gefährliche Krankheit. Wenn nur einige Beerdigungen schief gehen, kann das schon eine neue Übertragungskette starten.“ Nach wie vor sind die Beerdigungen der Ebola-Toten ein großes Risiko. Der Bedarf an Hilfe in den besonders betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea sei nach wie vor groß. Noch immer fehlt medizinisch geschultes Personal. Aktuell können 19 von insgesamt 56 geplanten Behandlungszentren nicht besetzt werden, weil die benötigten Helfer fehlen.

Bundeswehr-Einsatz im November möglich

Im November wäre ein erster Bundeswehr-Einsatz mit freiwilligen Helfern in Westafrika möglich. Seit Ende Oktober laufen Vorbereitungen und Lehrgänge, in denen die Helfer geschult werden. Eine Rettungskette ist ebenso eingerichtet, falls es unter den Freiwilligen Infektionen gebe und die Infizierten aus Afrika evakuiert werden müssten, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. „Für uns ist wichtig, dass wir denen, die helfen, die Sicherheit geben: Wer sich ansteckt, bekommt eine vernünftige medizinische Behandlung“, bestätigte Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Falls sie sich infizieren sollten, was wir alle nicht hoffen, haben sie auch Rechtssicherheit und eine Garantie für einen Rücktransport.“ Die Bundesregierung hat gerade sechs Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) nach Westafrika geschickt. Vier von ihnen befinden sich in Sierra Leone, die anderen zwei sind nach Ghana unterwegs. Sie sollen vor allem bei Logistik und Technik Unterstützung leisten. In Guinea ist bereits ein THW-Experte für die deutsche Botschaft im Einsatz.

Bis zu 4000 Soldaten aus den USA gegen Ebola

Die US-Regierung will bis zu 4000 Soldaten in die Krisenregion verlegen. Zuvor war von 3000 Hilfskräften aus dem US-Militär die Rede. Nach Angaben des Pentagon sind momentan etwa 1000 US-Soldaten in Liberia stationiert und rund 120 weitere im Senegal. Die Einheiten sollen unter anderem beim Bau von Krankenhäusern helfen und die Versorgung mit Hilfsgütern sicherstellen. In direktem Kontakt zu Ebola-Patienten sollen die Soldaten nicht stehen – trotzdem unterzeichnete US-Verteidigungsminister Chuck Hagel eine Anordnung, die eine Zwangs-Quarantäne von 21 Tagen für US-Soldaten vorsieht, die aus den von Ebola betroffenen Ländern zurückreisen. So lange dauert es, bis sich eine mögliche Ebola-Infektion wirklich bemerkbar macht. US-Präsident Barack Obama hatte kurz zuvor die Gesundheitsbehörden davor gewarnt, durch Quarantäneauflagen Ärzte vor einem Afrika-Einsatz abzuschrecken. Zwar sollten betroffene Ärzte und Krankenschwestern unter Beobachtung gestellt, allerdings nicht isoliert werden, solange sie frei von Ebola-Symptomen sind. Den strikteren Kurs beim Militär trägt Obama aber mit. Beim US-Militär gebe es eine „andere Situation“ als bei zivilen Helfern, so der US-Präsident.

US-Krankenschwester ist gegen Zwangsquarantäne

Bis zum 10. November steht die amerikanische Krankenschwester Kaci Hickox noch unter Zwangsquarantäne. Jetzt kündigte sie an, am Donnerstag ihr Haus verlassen zu wollen. „Diese Vorschrift ist weder wissenschaftlich noch verfassungsrechtlich zulässig, und ich werde nicht hier herumsitzen und mich von Politikern schikanieren lassen“, sagte sie in einer Fernsehschalte des Senders NBC. Sollte die Vorgabe nicht bis Donnerstag aufgehoben sein, werde sie vor Gericht klagen. Hickox hatte für „Ärzte ohne Grenzen“ in Sierra Leone gearbeitet und Ebola-Patienten betreut. Bei ihrer Rückkehr in die USA war sie am Flughafen Newark in New Jersey stundenlang festgehalten, wie sie sagt. Zunächst sollte sie drei Wochen Quarantäne in einem ungeheizten Zelt mit Pritsche, Klappstuhl und Plastikplumpsklo verbringen, dann hieß es, sie dürfe die Zeit zu Hause absitzen. Laut ihrem Anwalt gebe es keine rechtliche Grundlage, sie einzusperren: „Es gibt kein medizinisches Risiko, und wir sollten uns von Fakten leiten lassen, nicht von Hysterie.“ Der Ebola-Virus kann erst übertragen werden, wenn der Infizierte Symptome der Krankheit zeigt.

Alle Meldungen zum Thema Ebola auf Clixoom.de.


No comments

Add yours