Wie groß ist das Internet?

Um diese Frage beantworten zu können, schauen wir uns zuerst einmal den groben Aufbau des Internets an. Für die meisten Leute ist das Internet nichts anderes als das sogenannte „WorldWideWeb“ oder kurz „www“. Also die zahlreichen Hypertext-Dokumente, auch Webseiten genannt, die durch Suchmaschinen, wie Google oder Yahoo auffindbar werden. In Wahrheit steckt aber viel mehr hinter dem Internet. Dieses beinhaltet nämlich auch etliche nicht auffindbare Webseiten, zudem noch Datenbanken, Firmen- und Universitätsnetzwerke. Die Schätzungen, welchen Teil das sogenannte Invisible oder Deep Web ausmacht, gehen weit auseinander. Man kann aber mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es zwischen 50 und 500 Mal so groß wie das bekannte Surface Web ist.

Wie funktioniert das Internet?

Jetzt aber mal egal, ob sichtbares oder verborgenes Web, wie ist es weltweit vernetzt? Nun, das gesamte Netzwerk besteht aus einzelnen und auch verschiedenen Netzwerken. Da gibt es lineare Netzwerke, ringförmige Netzwerke und auch sternförmige Netzwerke. Und zusammen ergeben diese ganzen einzelnen Netzwerke ein großes, dezentrales Netzwerk. Dezentral, weil kein Zentrum existiert. Diese Vernetzung ohne Hauptknoten hat einen großen Vorteil. Beim Ausfall einer Leitung wird einfach ein alternativer Weg zur Datenübertragung benutzt. Dieses zusammengesetzte, dezentrale Netzwerk ist also sehr stabil und wird kaum durch einzelne Störungen beeinflusst. Es gibt jetzt zwar keinen Hauptknoten, es gibt aber sogenannte Internet-Knoten. Das sind Netzknoten, an denen tausende von Server ins Netzwerk eingespeist werden. Dieses Prinzip nennt sich auch Client-Server-Architektur. Client für Kunde, das seid ihr und ich, und der Server als Diener. Wenn man jetzt also eine Webseite in seinen Browser eingibt, schickt man eine Anfrage in Form eines Pakets oder Datagramms los. Dieses Datagramm enthält die InternetProtocol oder IP-Adresse des Absenders und des Empfängers und natürlich die Nachricht. Diese Nachricht ist maximal 64kByte groß. Falls sie diese Größe überschreitet, wir sie einfach in mehrere Datagramme aufgesplittet. Dieses Paket sucht sich jetzt die kürzeste Strecke über Glasfaserleitungen zur Empfänger-Adresse, teilt dem Server mit, was er machen soll und dieser schickt dann die geforderte Leistung, wie zum Beispiel eine Bilddatei zum Absender zurück.

Ein Großteil des Internets funktioniert genau auf diese Weise. Es gibt aber auch andere Übertragungsarchitekturen. Ein PeerToPeer (P2P) Netzwerk zum Beispiel stellt eine direkte Verbindung zwischen zwei Computern her. Verwendet wird das in einfachen LAN-Netzwerken oder bei SharingSoftware, bei der man während dem Download gleichzeitig seine eigenen Daten zum Download bereitstellt.

Über 46 Milliarden Webseiten

Jetzt kommen wir aber endlich zur eigentlichen Frage, wie groß das Internet ist? Einen Anhaltspunkt gibt die Anzahl von Webseiten. Laut Google sollen momentan über 46 Milliarden Webseiten indexiert oder eingetragen sein. Da sich ein Großteil der eigentlichen Websites im DeepWeb befindet, muss man von weit mehr ausgehen. Ein anderer Anhaltspunkt ist das Datenaufkommen, das ungefähr bekannt ist. So bewegen sich mittlerweile rund ein Exabyte an Daten pro Stunde im Internet. Schwer vorstellbar, aber ein Exabyte ist ungefähr das 2500-fache der Datenmenge aller geschrieben Texte in allen Sprachen weltweit. Anhand dieser Werte schätzen Wissenschaftler die momentane weltweite Datenmenge auf unglaubliche 3,7 Zettabyte. Und jedes Jahr steigt sie um 50 Prozent. 3,7 Zettabyte, das sind 3,700 Exabyte oder 3,700,000 Petabyte oder 3,700,000,000 Terabyte. Würde man diese Datenmenge auf ein Terrabyte Festplatten mit einer Höhe von 2.6 Zentimetern speichern und die Festplatten übereinander stapeln, würde das einen Turm von ganzen 96200 Kilometern ergeben. Das ist ungefähr 11.000 Mal so hoch wie der Mount Everest. Und was sogar noch erstaunlicher ist: In nur drei Jahren würde dieser Festplattenturm bis zum Mond reichen!

Vielen Dank an Börni vom Kanal brainfaqk für diesen Beitrag!


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