Zika-Virus ist ein int. Gesundheitsnotfall!

Zika-Virus: Ein kleiner Stich einer Mücke reicht manchmal aus um sich mit einer gefährlichen Krankheit zu infizieren.

Gucken wir uns doch erst mal die grundlegenden Fakten zu Zika an. Das Virus gehört zu den Flaviviren, die werden im Schnitt 50 Nanometer groß und werdenhäufig über Insektenstiche übertragen. Zur gleichen Gattung gehört auch das Virus, das Gelbfieber beim Menschen auslöst. Das Zika-Virus kam eigentlich nur auf dem westlichen afrikanischen Kontinent vor. Überträgt eine Mücke, die zur Gattung Aedes gehört, das Virus auf einen Menschen können grippeähnliche Symptome auftreten, Zikafieber genannt. Vor einigen Jahren, im Jahr 2007 tauchte es dann auch in anderen Ländern auf, zunächst in Ozeanien. Deshalb wurde der das Virus dann als emerging pathogen eingestuft, also als Virus, das sich potentiell noch weiter verbreiten wird. Bis dato war die Zahl der betroffenden Menschen noch sehr gering. 2007 waren gerade mal 15 Fälle bekannt. In der folgenden Zeit wurden Fälle vor allem auf der südlichen Halbkugel gemeldet, Mittel- und Südamerika waren zum Beispiel auch betroffen. Die Mückenart, die das Virus übertragt, fühlt sich in wärmeren Ländern einfach wohler. Vor drei Jahren kam es zu einem größeren Ausbruch in Französisch-Polynesien, das liegt östlich von Australien. 30.000, rund 10 Prozent Bevölkerung waren infiziert.
Derzeit grassiert das Virus weiter in Mittel- und Südamerika. Rund 20 Prozent der Infizierten erkranken am Zikafieber. Der Krankheitsverlauf ist eigentlich nicht gefährlich, bisher ist noch niemand daran gestorben. Wenn eine schwangere Frau sich infiziert, ist aber möglich, dass sich die Infektion auf das ungeborene Kind übertragt. Man geht derzeit davon aus, dass es zu Mikrozephalie kommen kann. Dabei ist der Kopf des Neugeborenen viel zu klein, was oft mit einer kognitiven Behinderung einhergeht.
Ärzte wollen einen Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und der Mikrozephalie gefunden haben, da in Brasilien anscheinend auffällig viele infizierte Frauen Kinder mit diesem Symptom auf die Welt gebracht haben.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldet 4000 Fälle. Allerdings sind das keine Beweise, da in diesen Zahlen auch Verdachtsfälle enthält. Und da die Kriterien verändert wurden, wie die Krankheit bewertet wird, kann es also sein, das die Zahlen der WHO total falsch sind. Mikrozephalie könnte auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Drogenkonsum, und wir rechnen Alkohol dazu. Einen Rückschluss zu ziehen, dass das Virus und die Missbildungen im Zusammenhang stehen wäre also vorschnell. Das Gesundheitsministerium von Brasilien hat auf seiner Webseite auch Zahlen veröffentlicht, da bleiben nur sechs Fälle übrig, in denen eine Mikrozephalie auf Grund des Zika-Virus nachgewiesen wurde. Daraus kann man also schließen, das selbst bei einer Infektion der Mutter durch das Virus eine Übertragung aus das Kind eher selten vorkommt. Konkrete Antworten haben die Experten noch nicht.

Die Situation ist für uns alle frustrierend, viele Fragen können wir noch nicht beantworten, und wir setzen nun Puzzleteile zusammen: Was wissen wir über verwandte Viren und solche, die in der Schwangerschaft übertragen werden und zu Fehlbildungen führen? Wann ist die Gefahr am größten? Was hilft?”, erklärte Tropenmediziner Peter Hotez im Gespräch mit der FAZ:

Hotez sieht bei der Möglichkeit, die Mücken zu bekämpfen auch die Möglichkeit, andere gentechnisch veränderte Mücken einzusetzen. Dabei werden die Insekten bestrahlt und können sich dann nicht mehr vermehren. Das würde, wenn man diese Insekten großflächig in die Mückenpopulation einbringen würde, kann das zu deren Verkleinerung führen. Auch mit Pestiziden versuchen die Behörden in den betroffenden Gegenden gegen die Mücken vorzugehen. In Brasilien werden dazu jetzt 550 Tonnen Pestizide eingesetzt. Damit will man allerdings nicht nur die Übertragung von Zika verhindern, sondern auch die des Dengue-Virus, das viel gefährlicher ist. Daran starben letztes Jahr 863 Menschen.
Das auswärtige Amt und die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin warnen Schwangere übrigens davor, in die betroffenden Gegenden zu reisen.

Quellen:
http://science.sciencemag.org/content/350/6264/1012
http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/mehr-als-2100-schwangere-in-kolumbien-mit-zika-virus-infiziert-a-1074876.html
http://www.who.int/mediacentre/factsheets/zika/en/
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2016-01/zika-virus-who-gesundheitsnotfall-angst
http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin/epidemie-in-lateinamerika-bedrohung-zika-virus-14042898.html
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/brasilien-krieg-gegen-das-zika-virus-1.2835137

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